Warum die Gütergemeinschaft der ersten Christen verging
Die Apostelgeschichte beschreibt Gläubige, denen alles gemeinsam gehörte. Luxemburg fragt ihre kirchentreuen Leser, warum diese Lebensform verschwand und was nötig wäre, damit sie hält.
Das Christentum entstand nach Luxemburg unter den Besitzlosen des Römischen Reiches, Menschen, die von verteiltem Getreide lebten, während Sklaven die Arbeit taten. Ihr Mittel war, das zu teilen, was es zu verbrauchen gab: Geld in einer gemeinsamen Kasse, Mahlzeiten an gemeinsamen Tischen. Weil Boden und Arbeit blieben, wie sie waren, mussten die Vorräte von denen aufgefüllt werden, die noch etwas besaßen, und aus dem Teilen wurde das Almosen. Im 4. Jahrhundert predigten Basilius und Johannes Chrysostomos noch die alte Praxis, und Gregor der Große nannte das Geben die Bezahlung einer Schuld. Die wirtschaftlichen Bedingungen, schließt sie, sind stärker als die schönsten Predigten. Dauerhafte Gleichheit verlangt gemeinsame Arbeit mit gemeinsamen Werkzeugen.
- Urchristentum
- Gemeineigentum
- Kommunismus
- Nächstenliebe
- Armut
- Sklaverei
- Alte Geschichte
- Produktionsmittel
- Gleichheit
- Reichtum
- Soziale Ungleichheit
Ins Gespräch kommen
- Johannes Chrysostomos rechnete in Konstantinopel vor, niemand wäre arm, wenn alle Christen ihren Besitz zusammenlegten. Warum hat selbst eine so mitreißende Predigt nichts geändert?
- Sie zitieren Gregor den Großen: Wer den Notleidenden gibt, gibt ihnen ihr Eigentum zurück und zahlt eine Schuld. Wie wurde aus dieser Schuld ein Almosen?
- Ein reiches Gemeindemitglied behält sein Gut und gibt den Armen jedes Jahr einen Teil. Warum kehrt für Sie gerade mit dieser Gabe die Ungleichheit zurück?
- Roms Arme lebten von Almosen, während Sklaven arbeiteten, und heutige Arbeiter erhalten die Gesellschaft selbst, halten Sie fest. Was ändert das an dem, was sie fordern können?