Wer kauft den wachsenden Überschuss
Wenn jedes Jahr mehr hergestellt wird als im Jahr zuvor, muss jemand den Unterschied kaufen. Luxemburg sucht diesen Käufer in Marx' eigenen Schemata und findet ihn nicht.
In Marx' Schemata des Wachstums gibt es zwei Klassen. Arbeiter können nur ihren Lohn ausgeben, den ihnen die Kapitalisten vorgeschossen haben. Kapitalisten, die den ganzen Überschuss selbst verzehrten, würden nicht akkumulieren. Bleibt die Vorstellung, die Industrie kaufe bei sich selbst, mehr Maschinen für noch mehr Maschinen. Luxemburg nennt das ein Karussell im leeren Luftraum, denn niemand investiert ohne einen letzten Abnehmer vor Augen. Der mittlere Teil des Buches verfolgt die Frage durch ein Jahrhundert des Streits, von Sismondi gegen Ricardo bis zu den russischen Ökonomen der 1890er-Jahre. Ihr Urteil: Die Rechnung geht auf, weil Papier jede Gleichung duldet, und Marx hat das Problem gestellt, ohne es zu lösen.
- Kapitalakkumulation
- soziale Reproduktion
- Mehrwert
- effektive Nachfrage
- Konsum
- Überproduktion
- ökonomische Modellbildung
- einfache Reproduktion
- Märkte
- Reproduktion
- Marxismus
Ins Gespräch kommen
- Marx’ Schemata zeigen eine Gesellschaft nur aus Kapitalisten und Arbeitern, die Jahr für Jahr wächst. Warum kann nach Ihrer Rechnung keine der beiden Klassen den wachsenden Überschuss kaufen?
- Immer mehr Maschinen zu bauen, nur um noch mehr Maschinen zu bauen, nennen Sie ein Karussell im leeren Luftraum. Warum würde kein Kapitalist unter solchen Bedingungen investieren?
- Papier lässt sich geduldig mit Gleichungen beschreiben, bemerken Sie, also gehen die Rechnungen glatt auf. Was fehlt in der Rechnung, ohne das wirkliche Akkumulation nicht auskommt?
- Marx hinterließ den zweiten Band des Kapitals unvollendet. Weshalb behandeln Sie seine Schemata des Wachstums als offene Frage und nicht als seine Lösung?