Warum das Endziel die praktischste Frage ist
Von ihrer ersten Parteitagsrede an hält Luxemburg ihrer Partei eines vor: Die tägliche Arbeit ist nur sozialistisch, wenn sie an die Eroberung der Macht gebunden bleibt. Wie vertritt sie das Auge in Auge mit den Veteranen?
In Stuttgart sagte sie im Oktober 1898, fünf Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland, den Delegierten, Gewerkschaften, Sozialreform und Demokratie verfolgten auch Liberale, und erst die Beziehung zum Endziel mache sie sozialistisch. Als junger Rekrut gescholten, erwiderte sie, ihre Epauletten wolle sie sich auf dem linken Flügel holen. Ein Jahr später zerlegte sie in Hannover die Vorstellung, die Arbeiter müssten zuerst wirtschaftliche Macht erringen: Das Bürgertum hatte eine neue Eigentumsform geschaffen, bevor es herrschte, die Arbeiter schaffen keine. Über die Parteischule sagte sie 1908, deren Schüler gingen mit dem Wissen, dass sie weiterlernen müssen.
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Ins Gespräch kommen
- Gewerkschaften, Sozialreform und Demokratie seien an sich nicht sozialistisch, sagten Sie 1898 dem Stuttgarter Parteitag. Was macht die tägliche Arbeit einer Partei dann sozialistisch?
- Als junger Rekrut gescholten, erwiderten Sie 1898, Sie wollten sich die Epauletten auf dem linken Flügel holen, wo man mit dem Feind kämpft. Warum nicht durch Kompromisse?
- Das Bürgertum wurde reich, bevor es die Macht ergriff. Die Arbeiter können das nicht nachmachen, sagten Sie 1899 auf dem Parteitag. Warum bleibt ihnen wirtschaftliche Macht verschlossen?
- Über die Parteischule, an der Sie lehrten, sagten Sie 1908, ihre Schüler müssten ihr ganzes Leben weiterlernen. Was kann eine solche Schule nicht lehren?
- Nach der Wahl von 1907, die Ihre Partei viele Mandate kostete, obwohl ihre Stimmen wuchsen, sagten Sie, Kleinarbeit allein genüge nicht. Was verlangt eine solche Niederlage darüber hinaus?