Wie man das Selbst lehrt
Wie bringt man jemanden dazu, zu erkennen, was er schon ist, wenn jede seiner Antworten etwas anderes nennt? Der Prosateil ist ein Lehrerhandbuch für genau diese Lektion.
Śaṅkara legt zuerst die Bedingungen fest: Der Lehrer muss schriftkundig, ruhig und mitfühlend sein, der Schüler muss weltlichen Zielen entsagt haben und wandernder Asket geworden sein. Dann inszeniert er eine Lehrstunde. Gefragt, wer er sei, antwortet der Schüler mit Herkunft, Familie und Lebensstand. Der Lehrer weist darauf hin, dass der beschriebene Leib zu Erde zerfallen wird und niemanden über den Tod hinaustragen kann, so wenig wie Asche am diesseitigen Ufer den Fluss überquert.
- Lehrer-Schüler-Verhältnis
- Selbsterkenntnis
- Schriftautorität
- Schrift
- Leib
- soziale Identität
- Identität
- Entsagung
- Verlangen
- Sprache
- Verkörperung
Ins Gespräch kommen
- Gefragt, wer er sei, nennt Ihr Schüler Herkunft, Familie und Lebensstand. Warum beginnt die Lehrstunde damit, ihn falsch antworten zu lassen?
- Asche am diesseitigen Ufer kann keinen Fluss überqueren, sagt Ihr Lehrer dem Schüler, und ein Leib trägt niemanden über den Tod hinaus. Was gelangt dann hinüber?
- Ihr Handbuch unterrichtet nur einen Schüler, der weltlichen Zielen entsagt hat und wandernder Asket geworden ist. Ist das Wissen vom Selbst damit jedem mit Hausstand verschlossen?
- Ein guter Lehrer ist Ihrem Handbuch zufolge gelehrt, ruhig und mitfühlend. Wozu braucht das Wissen vom Selbst überhaupt einen Lehrer, wenn das Selbst dem Schüler gehört?