Worauf ‚ich‘ zeigt
Wer ‚ich‘ sagt, meint er den Körper, den andere sehen? Die Epistel verneint es und gründet auf diese Antwort das Fortleben der Seele.
Die meisten Menschen und viele Theologen, sagt die Epistel, halten den Menschen für diesen sichtbaren Körper. Gegen sie argumentiert sie, dass das, was jeder ‚ich‘ nennt, eine Substanz ist, die kein Körper ist. Der Körper zehrt sich ständig auf und wird aus Nahrung neu gebaut, doch ein Mensch erinnert sich an sein ganzes Leben und weiß sich darin als denselben. Sehen, Begehren, Gehen und Denken werden von einem Einzigen gesammelt, das kein Körperteil sein kann. Weil diese Substanz den Körper bewegt und lenkt, kann sein Verfall ihr Dasein nicht berühren.
- Leib-Seele-Dualismus
- Seele-Körper-Verhältnis
- Personale Identität
- Seele
- Intellekt
- Wahrnehmung
- Unsterblichkeit
Ins Gespräch kommen
- Jeder sagt ‚ich‘, doch die meisten Menschen und viele Theologen meinen damit diesen sichtbaren Körper. Warum irren sie sich nach Ihrer Lehre?
- ‚Ich sah es und begehrte es, ich nahm es mit der Hand.‘ Was fasst Sehen, Begehren und Greifen zu einem zusammen, wenn kein Körperteil es kann?
- Die Seele bewegt und lenkt den Körper, also sei sie stärker und vergehe nicht mit ihm, argumentieren Sie. Überdauert ein Reiter sein Pferd, weil er es lenkt?
- Ein alter Mann gleicht kaum noch dem Kind, das er war, und weiß doch, dass er es war. Was zeigt diese Gewissheit darüber, wer er ist?