WerkRudolf Steiner

Die Geheimwissenschaft im Umriß

Steiners Geschichte des Kosmos von einem ersten Wärmezustand bis zur heutigen Erde, vorgelegt als Ergebnis seiner eigenen geistigen Schau.

von Rudolf Steiner647 Passagen vorhanden

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Deutsch

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Überblick

Die erste Vorrede, geschrieben im Dezember 1909, malt sich die Kritiker des Buches aus. Ein Physiker würde finden, dass es ein Wort wie Wärme in Unkenntnis elementarer Naturwissenschaft gebrauche; ein Philosoph würde fragen, ob der Verfasser nie von Kant gehört habe, der solche Behauptungen als unzulässig erwiesen hatte; und ein Leser seiner früheren Bücher würde fragen, wie der Mann, der Ernst Haeckel, den Jenaer Zoologen und führenden deutschen Darwinisten, verteidigt und ihm ein Buch gewidmet hatte, nun so etwas schreiben könne. Rudolf Steiner veröffentlichte es 1910 trotzdem. Die Geheimwissenschaft im Umriß war ursprünglich als Schlusskapitel der Theosophie geplant gewesen, die den einzelnen Menschen beschrieben hatte; dieses Buch legt die Geschichte des Kosmos dar, wie Steiner sie nach eigenem Bekunden schaute. In seiner Darstellung durchliefen Mensch und Erde frühere planetarische Zustände, die er Saturn, Sonne und Mond nennt, bevor sie die heutige Erde erreichten, und weitere Stufen stehen noch bevor. Das Buch gibt auch die Methode an, die Übungen, durch die sich die Erkenntnis nach seiner Lehre über drei Stufen erhebt: Imagination, Inspiration und Intuition. Leser wandten ein, andere Wissenschaften bewiesen ihre Behauptungen, diese stelle sie bloß auf. Für die Ausgabe von 1920 schrieb Steiner fast das ganze erste Kapitel neu, um dem Vorwurf zu begegnen. In seiner letzten Vorrede, datiert am Goetheanum im Januar 1925, keine drei Monate vor seinem Tod, bestritt er, seine Darstellungen aus gnostischen oder östlichen Texten geschöpft zu haben: Zuerst seien die Bilder da gewesen, sagte er, die alten Wörter habe er nur entlehnt, um sie zu benennen. Er schrieb auch, das Buch sei mit Absicht schwer, damit schon die Mühe des Lesens ein erster Schritt geistiger Schulung sei.

Schlüsselbegriffe

Was sind Imagination, Inspiration und Intuition in diesem Buch?

Die drei Stufen, auf denen sich die Erkenntnis nach Steiners Darstellung über die Sinne erhebt. In der Imagination nimmt die Seele geistige Wirklichkeiten als Bilder wahr; in der Inspiration nimmt sie den inneren Sinn dieser Bilder wahr, wie man den Sinn eines gesprochenen Wortes hört; in der Intuition lebt sie in den geistigen Wesen selbst. Jede Stufe, betont er, wird durch Übungen erreicht, die das klare gewöhnliche Denken stärken, nie durch seine Trübung.

Was ist die Rosenkreuz-Meditation?

Das zentrale Beispiel des Buches für ein meditatives Bild: ein schwarzes Kreuz mit sieben roten Rosen. Das schwarze Holz steht für erstorbene Begierden und Leidenschaften, die roten Rosen für das von ihnen gereinigte und doch lebensvolle Blut. Steiner betont, dass das Bild nichts Äußeres abbildet; es ist ein vom Denken gebautes Sinnbild, und sein Wert liegt in den Gefühlen, die der Schüler beim Aufbauen durchlebt.

Was sind alter Saturn, alte Sonne und alter Mond?

Frühere Zustände des Kosmos in Steiners Darstellung, nicht die heutigen Planeten gleichen Namens. Auf dem Saturn, einem Wärmezustand, wurde der erste Keim des physischen Menschenleibes veranlagt; auf der Sonne kam der Lebensleib hinzu, auf dem Mond der Astralleib und erst auf der Erde das Ich. Er nennt jeden dieser Zustände eine planetarische Verkörperung ein und derselben sich entwickelnden Welt.

Was ist der Astralleib?

Das dritte der vier Glieder in der Darstellung des Buches, Menschen und Tieren gemeinsam, nicht aber den Pflanzen: der Träger von Empfindung, Begierde, Lust und Schmerz. Mit dem Ich verlässt er im Schlaf physischen Leib und Lebensleib, und nach dem Tod muss er von den Begierden gereinigt werden, die er noch trägt. Ohne ihn kann ein Wesen leben und wachsen wie eine Pflanze, aber nicht empfinden.

Was ist das Erinnerungstableau nach dem Tod?

Nach Steiners Darstellung das ganze vergangene Leben, auf einmal ausgebreitet wie ein großes Bild, das der Verstorbene einige Tage lang nach dem Tod überschaut. Es dauert, solange der Lebensleib mit Astralleib und Ich verbunden bleibt, und endet, wenn der Lebensleib sich auflöst. Was davon bleibt, schreibt er, ist ein Extrakt, den der Mensch in spätere Leben mitnimmt.

Themen des Buches

Worauf dieses Buch immer wieder zurückkommt, zu Themen gebündelt und danach geordnet, wie viel des Textes jedes einnimmt.

Eine Wissenschaft des Übersinnlichen

Kann Erkenntnis dessen, was die Sinne nie zeigen, den Namen Wissenschaft verdienen? Das Buch behauptet es, sofern ihre Methode so streng ist wie die des Naturforschers, und nennt drei Stufen, auf denen die Erkenntnis nach ihm aufsteigt.

Das erste Kapitel, 1920 neu gefasst, um Lesern zu antworten, andere Wissenschaften bewiesen, diese behaupte nur, hält fest, dass Geheimwissenschaft auf das Unsichtbare dasselbe disziplinierte Denken anwendet wie die Naturwissenschaft auf das Sichtbare. Ihre Ergebnisse könne gesundes Denken verstehen, bevor jemand sie wahrnimmt. Der beschriebene Weg führt über die Imagination, in der die Seele in Bildern wahrnimmt, zur Inspiration, in der sie erfasst, was die Bilder bedeuten, und zur Intuition, in der sie in geistigen Wesen selbst lebt. Seine zentrale Übung ist das Rosenkreuz.

  • Erkenntnistheorie
  • Wissen
  • geistige Erkenntnis
  • übersinnliche Erkenntnis
  • Wahrnehmung
  • geistige Wahrnehmung
  • Einbildungskraft
  • Meditation
  • Selbsterkenntnis
  • geistige Entwicklung
  • Spiritualität

Vom alten Saturn bis zur heutigen Erde

Was, wenn die Geschichte des Kosmos zugleich die Geschichte des Menschen wäre? Das Buch erzählt beide als eine, von einem ersten Wärmezustand über Stufen, die Steiner Saturn, Sonne und Mond nennt, bis zur heutigen Erde.

Nach Steiners Darstellung wurde der physische Leib des Menschen auf dem alten Saturn als Wärmezustand veranlagt, auf der alten Sonne kam der Lebensleib hinzu, auf dem alten Mond der Astralleib und erst auf der Erde das Ich. Geistige Wesen vieler Rangstufen wirkten an jeder Stufe mit. Die Erdenzeit führt durch Zeitalter, die er lemurisch und atlantisch nennt, in die Kulturepochen der überlieferten Geschichte, mit der Tat des Christus als Mitte. Zwei entgegengesetzte Mächte, Luzifer und Ahriman, treten als Quellen der Freiheit wie des Irrtums in die Erzählung ein.

  • Kosmologie
  • geistige Wesen
  • Menschliche Entwicklung
  • Menschliche Evolution
  • geistige Evolution
  • Evolution
  • Verkörperung
  • Menschennatur

Schlaf, Tod und die vier Glieder

Was geschieht mit einem Menschen jede Nacht, und was im Tod? Das Buch antwortet mit vier Gliedern, physischem Leib, Lebensleib, Astralleib und Ich, und fasst Schlaf und Tod als zwei Weisen, in denen sie auseinandertreten.

Im Schlaf, schreibt Steiner, ziehen sich Astralleib und Ich aus physischem Leib und Lebensleib zurück, die im Bett liegen bleiben, und kehren beim Erwachen zurück. Der Tod unterscheidet sich dadurch, dass auch der Lebensleib sich löst. Einige Tage lang überschaut der Verstorbene nach seiner Darstellung das ganze vergangene Leben wie ein einziges Tableau; dann löst sich der Lebensleib auf, und die Seele durchlebt etwa ein Drittel ihrer Lebenszeit lang rückwärts ihre Taten und Wünsche und fühlt dabei, was sie andere fühlen ließ. Erst dann tritt der Geist in die Welt ein, in der sein nächstes Leben vorbereitet wird.

  • Bewusstsein
  • Astralleib
  • Ätherleib
  • Selbstheit
  • Jenseits
  • Wiedergeburt
  • Schlaf
  • Tod
  • Gedächtnis
  • Verlangen
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Was dieses Buch zusammen denkt

Das Rad nimmt die führenden Begriffe dieses Buches und zeigt, wie oft sie gemeinsam zur Sprache kommen. Je breiter das Band zwischen zweien, desto mehr seiner Passagen sprechen von beiden. Unter ihnen am häufigsten zusammen: „Kosmologie“ und „geistige Wesen“.
Konzept-Kookkurrenz, stärkste zuerst 8 Konzepte, verbunden durch 25 Paarungen. 79 Paarungen reichen über diese Konzepte hinaus und werden nicht gezeichnet.
KonzeptVerbundenes KonzeptGemeinsame Passagen
Kosmologiegeistige Wesen33
BewusstseinKosmologie20
KosmologieMenschliche Entwicklung20
BewusstseinWahrnehmung18
Bewusstseingeistige Wesen17
KosmologieVerkörperung17
KosmologieWahrnehmung16
Wahrnehmunggeistige Wesen14
BewusstseinVerkörperung13
ErkenntnistheorieWahrnehmung11
Erkenntnistheoriegeistige Entwicklung10
Menschliche EntwicklungVerkörperung10
BewusstseinErkenntnistheorie9
Menschliche Entwicklunggeistige Wesen9
Bewusstseingeistige Entwicklung8
BewusstseinMenschliche Entwicklung8
ErkenntnistheorieKosmologie8
Verkörperunggeistige Wesen6
VerkörperungWahrnehmung6
Wahrnehmunggeistige Entwicklung6
Kosmologiegeistige Entwicklung5
Menschliche EntwicklungWahrnehmung4
ErkenntnistheorieMenschliche Entwicklung2
Erkenntnistheoriegeistige Wesen1
Verkörperunggeistige Entwicklung1

Vorhandene Werke

Das Gesamtwerk der Reihe nach, dieses Buch an seinem Platz markiert. Zuerst der Titel in deiner Sprache, darunter das Original, wo beide sich unterscheiden; die Chips am Rand zeigen, welche Volltexte vorhanden sind.

  1. 1891 Die Grundfrage der Erkenntnistheorie (Die Grundfrage der Erkenntnistheorie mit besonderer Rücksicht auf Fichte's Wissenschaftslehre)

    Eine Doktorarbeit und das Fundament der Philosophie der Freiheit – auch wenn die meisten Leser sie nur aus dem Buch von 1892 kennen, das sie in sich aufnahm.

    DE
  2. 1894 Die Philosophie der Freiheit

    Das philosophische Zentrum von Steiners Werk, geschrieben in seinen Weimarer Jahren noch vor aller Theosophie – und das Buch, auf das er spätere Leser immer wieder zurückverwies.

    DE
  3. 1895 Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit

    Entstanden zwischen der Philosophie der Freiheit und dem Goethe-Buch, als Steiner sich noch zu Nietzsches Verbündeten zählte und bevor sein Verhältnis zum Nietzsche-Archiv zerbrach.

    DE
  4. 1897 Goethes Weltanschauung

    Das letzte Buch aus Steiners Weimarer Jahren und die Summe seiner Arbeit als Herausgeber von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften; die Erkenntnistheorie dazu lieferte Die Philosophie der Freiheit.

    DE
  5. 1901 Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens

    Das erste Buch, das aus Steiners Vorträgen vor den Theosophen hervorging, noch in der Stimme des naturalistischen Philosophen der 1890er-Jahre geschrieben; Das Christentum als mystische Tatsache folgte aus dem nächsten Vortragszyklus.

    EN
  6. 1902 Das Christentum als mystische Tatsache (Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums)

    Das Buch, das Steiners Wende von der Philosophie zum esoterischen Christentum markiert, zuerst als Vorträge vor den Berliner Theosophen gehalten, in den Monaten, bevor er ihr Leiter wurde.

    EN
  7. 1904 Theosophie

    Begonnen zwei Jahre, nachdem Steiner die Leitung der deutschen Theosophen übernommen hatte – das systematische Fundament, auf dem seine späteren Darstellungen der Einweihung und der Weltentwicklung aufbauen.

    DE
  8. 1904 Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?

    Das praktische Gegenstück zur Theosophie: Jenes Buch beschreibt, was der geschulte Seher zu schauen beansprucht, dieses die Schulung, die dorthin führen soll.

    DE
  9. 1910 Die Geheimwissenschaft im Umriß du bist hier DE
  10. 1911 Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit

    Steiners zweites Buch über die Christus-Gestalt, neun Jahre nach Das Christentum als mystische Tatsache; es führt die Darstellung weit tiefer in esoterische Behauptungen hinein.

    EN
  11. 1919 Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft

    Steiners wichtigste schriftliche Äußerung zur Gesellschaft, geschrieben für die Monate nach der deutschen Revolution; schon wenige Jahre später erreichte sie englische Leser als The Threefold Commonwealth.

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