Gott, geboren in der erkennenden Seele
Wo soll ein Mensch den Geist suchen: hinter der Natur oder in der Seele, die sich selbst erkennt? Das Buch liest die Mystiker von Eckhart bis Angelus Silesius so, dass sie das Zweite wählen und das alte Gebot, Erkenne dich selbst, beim Wort nehmen.
Meister Eckhart sagte, das Auge, in dem er Gott sehe, sei dasselbe Auge, darin Gott ihn sehe, und Steiner nimmt das als Schlüssel zur ganzen Reihe. In der Selbsterkenntnis, so sein Argument, beobachtet der Geist keinen Gegenstand; er wird seiner selbst gewahr, und was ein Gott außerhalb der Welt war, wird in der Seele geboren. Tauler machte aus der Einsicht eine Lebensweise, Nikolaus von Kues eine gelehrte Unwissenheit, die weiß, wo die Begriffe versagen, und Angelus Silesius Verse, nach denen Gott ohne ihn nicht einen Augenblick leben kann.
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Ins Gespräch kommen
- Meister Eckhart sagte, das Auge, mit dem er Gott sehe, sei das Auge, mit dem Gott ihn sehe. Was wird aus einem Gott, der von außen herabblickt?
- Der Priester Tauler nannte es eine böse Ketzerei zu sagen, wir würden selbst in der höchsten Vereinigung zu Gottes Natur. Was wird dann in der Seele geboren?
- Ein Mensch schaut nach innen und findet nur Stimmungen und Erinnerungen. Ist ihm die Geburt Gottes in der Seele, wie Meister Eckhart sie lehrte, verschlossen?
- Der Dichter Angelus Silesius schrieb, ohne ihn könne Gott nicht einmal einen Wurm machen. Was sagt das über den Platz des Menschen in der Welt?
- Der Mystiker Jakob Böhme fühlte sich in göttliche Harmonie gehüllt und sah doch überall Zwietracht. Warum trieb ihn dieses Rätsel an, statt ihn zu brechen?