Ein Gutes hinter allem Guten
Kann ein Verstand ohne die Heilige Schrift von gewöhnlichen guten Dingen bis zu Gott gelangen? Die ersten Kapitel versuchen es und setzen das ganze Buch auf die bloße Vernunft.
Anselm beginnt dort, wo jeder beginnen kann: Ein starkes, schnelles Pferd ist gut, weil es nützt, ein starker, schneller Räuber schlecht, weil er schadet, und wir ordnen die Naturen, Holz unter dem Pferd, das Pferd unter dem Menschen. Was in verschiedenem Grad gut ist, muss durch etwas gut sein, und Anselm zeigt, dass es ein Einziges ist, gut durch sich selbst. Derselbe Gedanke führt zu einer Natur, die durch sich selbst ist und allem anderen das Sein gibt. Vor der Erschaffung war die Welt schon im Denken ihres Urhebers, wie ein Handwerker sich zuerst vorsagt, was er machen will.
- Güte
- Summum bonum
- Existenz
- Verursachung
- Abhängigkeit
- Schöpfung
- Nichtigkeit
- Metaphysik
- Wesen
- Substanz
Ins Gespräch kommen
- Ein starkes, schnelles Pferd ist gut, ein starker, schneller Räuber schlecht. Warum führt Sie das zu einem Gut, das sein Gutsein nichts anderem verdankt?
- Wer bezweifelt, dass ein Pferd besser ist als Holz, verdient Ihnen zufolge kaum, Mensch zu heißen. Was beweist eine Rangordnung der Naturen über Gott?
- Ein Handwerker fasst zuerst in innere Worte, was er machen will. In welchem Sinn gab es die Welt schon, bevor Gott sie schuf?
- Wenn Gott alles aus dem Nichts schuf, wirkt das Nichts wie ein Stoff, den er bearbeitete. Warum wird das Nichts dadurch nicht doch zu etwas?
- Menschen nennen vieles gut, vom nützlichen Werkzeug bis zum gerechten Menschen. Zeigen sie Ihrer Ansicht nach dabei immer auf ein und dasselbe Gute?