Nur auf eines passt der Beweis
Beweist das Argument des Proslogion zu viel und zaubert eine vollkommene Insel so leicht herbei wie Gott? Anselm besteht darauf, dass es nur auf ein Wesen passt, und fordert den Kritiker heraus, ein zweites zu finden.
Anselms Erwiderung stützt sich auf einen Test, an dem die Insel scheitert. Was sich mit Anfang oder Ende denken lässt oder als an einem Ort und zu einer Zeit da, an anderen nicht, das lässt sich auch als nichtseiend denken; eine Insel, sei sie noch so reich, ist so etwas, das größte denkbare Wesen nicht. Zudem weist er eine Fehlzitierung zurück: „größer als alles, was ist“ ist nicht seine Formel und beweist nichts. Verstehen lasse sich die Formel, weil der Geist von geringeren Gütern zu ihr aufsteigt und etwas verstehen kann, ohne es ganz zu erfassen.
- ontologischer Gottesbeweis
- notwendige Existenz
- Kontingenz
- Existenz
- Größe
- Einwand
- Verstehen
- Denkbarkeit
- Verständnis
- Negation
- Zeit und Raum
- Vernunft und Glaube
Ins Gespräch kommen
- Gaunilo erdachte eine vollkommene Insel, verschollen irgendwo im Ozean. Sie versprechen, sie jedem zu schenken, der Ihr Argument auf sie anwendet. Woher diese Gewissheit?
- Was sich mit Anfang oder Ende denken lässt, kann Ihnen zufolge auch als nichtseiend gedacht werden. Warum trifft diese Regel die Insel, aber nicht Gott?
- Ihr Kritiker war ein Mönch, der für den Toren schrieb. Warum antworten Sie dem Gläubigen statt dem Ungläubigen, für den er sprach?
- Wer nicht in das reine Licht der Sonne blicken kann, sieht doch das Tageslicht, bemerken Sie. Kann Gott also verstanden werden, ohne ganz erfasst zu sein?
- Gegen Ihren Kritiker nennen Sie seinen eigenen Glauben und sein Gewissen Ihr stärkstes Argument. Kann ein Beweis, der sich darauf stützt, einen Ungläubigen überzeugen?