Von dem aus, was beide bekennen
Lässt sich der Streit zweier Kirchen beilegen, indem man von dem ausgeht, was beide schon glauben? Die Schrift versucht es an einem einzigen Wort des Bekenntnisses: ob der Geist auch vom Sohn ausgeht.
Anselm nimmt nur, was beide Kirchen bekennen: ein Gott, drei Personen, der Sohn vom Vater. Dann stellt er eine Regel auf. In Gott ist alles eins, außer wo ein Gegensatz der Beziehungen im Weg steht, wie Vatersein dem Sohnsein gegenübersteht. Stünden Sohn und Geist in keiner solchen Beziehung, ließen sie sich nicht unterscheiden; also ist entweder der Sohn vom Geist oder der Geist vom Sohn. Dem Vorwurf, die Lateiner hätten das Glaubensbekenntnis erweitert, hält er entgegen, dass es auch nicht sagt, der Geist sei Gott von Gott, und das bestreitet niemand.
- Hervorgang in Gott
- Heiliger Geist
- Dreifaltigkeit
- Göttliche Einheit
- Göttliche Relationen
- Relationen
- Göttliches Wesen
- Schriftauslegung
- Glaubensbekenntnis
- theologisches Argument
- Vernunft und Glaube
- göttliche Sendung
- göttlicher Ursprung
- Einwand
Ins Gespräch kommen
- In Gott ist alles eins, so Ihr Argument, außer wo Beziehungen wie Vater und Sohn einander gegenüberstehen. Warum entscheidet das, ob der Geist vom Sohn ausgeht?
- Beide Kirchen bekannten einen Gott in drei Personen und den Sohn vom Vater. Wie kommen Sie von dort zum Hervorgehen des Geistes aus dem Sohn?
- Sie hofften, den Griechen liege mehr an der Wahrheit als an einem leeren Sieg. Kann Vernunft Menschen gewinnen, die schon wissen, wohin sie führt?
- Den Lateinern warf man vor, das Glaubensbekenntnis erweitert zu haben. Warum gilt Ihnen sein Schweigen zu einer Frage nicht als Entscheidung dagegen?
- Die Griechen sagten, der Geist gehe vom Vater durch den Sohn aus. Warum genügt dieses „durch“ nicht, um zu sagen, woher der Geist kommt?