Eine Gesellschaft, die trennt, indem sie vereint
Lassen sich Menschen vereinigen, ohne sie zu trennen? Falks Antwort lautet, dass die bürgerliche Gesellschaft das nicht vermag und jemand den Schaden heilen muss.
Lessing lässt Falk die beste denkbare Staatsverfassung annehmen, von allen Menschen eingeführt, und zeigen, dass selbst sie die Menschen trennen würde. Die bürgerliche Gesellschaft vereinigt Menschen nur, indem sie sie in Völker, Religionen und Stände scheidet, und diese Trennungen sind, so unvermeidlich sie sein mögen, weder gut noch heilig. Falk will die Staaten nicht abschaffen, denn sie sind nichts als Mittel zur menschlichen Glückseligkeit. Er wünscht sich in jedem Staat Menschen, die über die Vorurteile ihrer Völkerschaft hinaus sind und genau wissen, wo Patriotismus aufhört, Tugend zu sein.
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- soziale Reform
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- soziale Ordnung
- Nationalismus
- Gleichheit
- Vorurteil
- Privileg
- unbeabsichtigte Folgen
- Religion
Ins Gespräch kommen
- Ihr Falk meint, die bürgerliche Gesellschaft könne Menschen nicht vereinigen, ohne sie in Völker, Religionen und Stände zu trennen. Warum sind diese Trennungen unvermeidlich und doch nicht heilig?
- Jemand wächst treu einem Volk und einer Kirche auf. Was bräuchte es Ihren Gesprächen zufolge, damit er über diesen Bindungen steht, ohne sie aufzugeben?
- Ernst liegt unter einem Baum und sieht einem Ameisenhaufen zu, voller Geschäftigkeit und doch voller Ordnung. Wieso beginnt gerade dort ein Gespräch über den Staat?
- Wenn sich die Trennungen der Gesellschaft nie aufheben lassen, wie Ihr Falk einräumt, wie können dann ein paar Menschen, die darüber stehen, den Schaden je beheben?
- Falk wünscht sich Menschen, die genau wissen, wo Patriotismus aufhört, Tugend zu sein. Wo beginnt die Liebe zum eigenen Volk Menschen zu trennen, die sich begegnen sollten?