Nichts Wirkliches außer Gott
Wenn Gott alles an einem Ding vollkommen kennt, in welchem Sinn besteht das Ding dann außer ihm? Lessings private Notizen treiben die Frage bis an den Rand Spinozas.
An Mendelssohn schreibt Lessing, Spinoza habe Leibniz auf die vorherbestimmte Harmonie gebracht, weil er als Erster zeigte, dass alle Veränderungen eines Körpers aus dessen eigenen mechanischen Kräften folgen könnten, aber bloß auf die Spur: Die Ausführung war Leibniz' eigenes Werk. Ein kurzer Aufsatz von 1763 geht weiter. Enthält Gottes Begriff von einem Ding alle Bestimmungen, die es hat, so bleibt nichts übrig, was das Ding außer ihm wirklich machte, und Gottes Begriffe von den wirklichen Dingen könnten ebenso gut die Dinge selbst sein.
- Metaphysik
- Substanzmonismus
- göttliche Ideen
- prästabilierte Harmonie
- Theologie
- Geist-Körper-Problem
- Verursachung
- Existenz
- Religion
Ins Gespräch kommen
- Spinoza brachte Leibniz Ihnen zufolge bloß auf die Spur seiner Idee, dass Leib und Seele im Takt gehen, ohne aufeinander zu wirken. Was tat Leibniz hinzu?
- Wer an einen Schöpfer glaubt, will die Welt als etwas anderes als Gott. Lässt Ihr kurzer Aufsatz über die Dinge außer Gott diesem Unterschied Raum?
- Gottes Begriffe von den wirklichen Dingen könnten Ihnen zufolge ebenso gut die Dinge selbst sein. Leben wir dann im Gedanken Gottes?
- Sie räumen ein, dass Leibniz Spinoza einen Wink verdankt, aber nicht sein System. Warum ist es so wichtig, woher die Idee eines Philosophen zuerst kam?