Das Unerkennbare und die Evolution
Können Wissenschaft und Religion ihren Streit beilegen, ohne dass eine von beiden Erkenntnis für sich beansprucht, über die sie nicht verfügen kann? 1862 machte Spencer diese Grenze zum Ausgangspunkt eines einzigen Entwicklungsgesetzes, das von Nebeln bis zu Regierungen reichte.
Spencer behauptet, dass wissenschaftliche Erklärung und Theologie beide an einem Unerkennbaren enden: Die Wissenschaft stößt auf Kraft, Raum und letzte Ursache, die Religion erreicht dieselbe Grenze auf anderem Weg. Gegen die Gewissheit der Materialisten wie gegen die theologische Offenbarung setzt er, dass Erkenntnis beim Beobachtbaren anhebt – bei der Beharrung und Umverteilung der Kraft und bei der Bewegung vom Lockeren und Gleichförmigen zum Verdichteten, Vielgestaltigen und Ineinandergreifenden. Am Ende schlägt die Entwicklung in Auflösung um. Eine einzige Formel regiert das Ganze.
- Evolution
- Erkenntnistheorie
- Kosmologie
- Kraft
- Kausalität
- Differenzierung
- Integration
- Heterogenität
- Komplexität
- Zerfall
- Physik
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- Geologie
- Biologie
- Soziale Evolution
- Soziologie
- Metaphysik
- Unerkennbare
Ins Gespräch kommen
- Ab welchem Punkt sollte ein Mensch aufhören, Gewissheit zu verlangen, wenn Wissenschaft und Religion beide auf das Unerkennbare stoßen?
- Die Formel führt vom Homogenen zum Heterogenen – warum aber diese Bewegung Fortschritt und nicht bloße Veränderung nennen?
- Was müsste ein Mensch preisgeben, um anzuerkennen, dass sich die letzte Ursache nicht denken, sondern nur anerkennen lässt?
- Wie lässt sich Evolution von Auflösung unterscheiden, wenn beide demselben Kreislauf der Veränderung angehören?