Gleiche Freiheit gegen Zwang
Wie weit darf ein Staat das Leben eines Menschen lenken, bevor er die Freiheit verletzt, die zu schützen er vorgibt? Die Antwort entscheidet darüber, ob Institutionen wie Armenfürsorge, öffentliche Bildung und Hygienevorschriften der Gerechtigkeit dienen oder den Willen des einen dem anderen aufzwingen.
Spencer machte die gleiche Freiheit zum Prüfstein jeder politischen Einrichtung: Jeder darf die größte Freiheit beanspruchen, die mit der gleichen Freiheit aller anderen verträglich ist. 1851, acht Jahre vor Darwins Entstehung der Arten, legte er diese Regel an das Armengesetz, die staatliche Schule, die Staatskirchen, die Kolonien und das öffentliche Gesundheitswesen an und verwarf jede dort, wo Zwang dem einen nahm, was dem anderen blieb. Die Neufassung von 1892 strich die Behauptung, Bürger dürften den Staat ganz ignorieren; Holmes' abweichendes Votum von 1905 zeigte, dass die Regel juristisch noch wirkte.
- gleiche Freiheit
- Freiheitsrecht
- Gerechtigkeit
- Rechtsansprüche
- politische Philosophie
- politische Theorie
- Naturrecht
- Eigentumsrechte
- Menschennatur
- Anpassung
- Ethik
- Moralphilosophie
- Moralität
- Utilitarismus
Ins Gespräch kommen
- Was würden Sie jemandem sagen, wenn öffentliches Mitgefühl einen Bürger dazu bewegt, einen anderen zu unterstützen?
- Ihre Regel gleicher Freiheit lehnt Armenfürsorge ab: Was verhindert, dass Freiheit zur Gleichgültigkeit wird?
- Wenn Unterstützung auf Zwang beruht, was muss ein Bürger akzeptieren, um Ihrer Regel treu zu bleiben?
- Wie würden Sie freiwillige Anpassung von Vernachlässigung unterscheiden, wenn Armut ohne öffentliche Unterstützung fortbesteht?