Krieg, Produktion und gesellschaftliche Evolution
Was bringt eine Gesellschaft dazu, Gehorsam zu verlangen, statt Kooperation vertraglich abzusichern? Die Antwort entscheidet, ob politische Macht das Individuum vereinnahmt oder den Mitgliedern überlässt, ihre Eigenständigkeit zu bewahren.
Militante und industrielle Gesellschaften waren für Spencer zwei wiederkehrende Formen, nicht feste Stufen, die jede Nation durchlaufen muss. In der ersten ballt der Krieg die Herrschaft zusammen, erzwingt Zusammenarbeit und ordnet den Einzelnen unter; in der zweiten stimmt die Produktion die Arbeit über den Vertrag ab und lässt den Mitgliedern ihr Eigenes. Die drei Bände von 1876, 1882 und 1896 machten aus den für Descriptive Sociology angelegten Tabellen dieses vergleichende Argument. Durkheim deutete Spencer später zum Theoretiker rechnender Egoisten um – eine Lesart, der die neuere Forschung widerspricht.
- Soziale Evolution
- Militanz
- Industrialismus
- soziale Organisation
- Spezialisierung
- Arbeit
- Kooperation
- Autorität
- Politische Entwicklung
- Politische Autorität
Ins Gespräch kommen
- Was sollte ein Mensch in dieser Veränderung erkennen, wenn eine Gesellschaft beginnt, Gehorsam stärker zu belohnen als Eigeninitiative?
- Der Kontrast lässt die Produktion freier erscheinen als den Krieg; was hindert Verträge daran, zu einer weiteren Form des Zwangs zu werden?
- Wo endet freiwillige Kooperation und beginnt politische Unterordnung, wenn beide Fremde auf gemeinsame Ziele hin organisieren?
- Welchen Preis müssen Bürger hinnehmen, wenn die Wahrung individueller Unabhängigkeit kollektives Handeln weniger unmittelbar und weniger gehorsam macht?
- Wie sollte ein Mensch eine Nation beurteilen, die in Richtung Militarismus abgleitet und dabei die Sprache sozialer Kooperation beibehält?