Eine Verfassung für Carolina
Was für eine Gesellschaft baut eine Verfassung, deren Verfasser nach eigenen Worten eine zahlreiche Demokratie fürchten? Der Text für Carolina antwortet mit Rängen nach Land und Geburt und mit einer Kultfreiheit, die weiter reicht als die englische.
Die Fundamental Constitutions binden die Macht an das Land. Oben stehen acht Eigentümer, darunter ein erblicher Adel aus Landgrafen und Kaziken, darunter die Leet-men, an das Gut eines Herrn gebundene Pächter, deren Kinder für alle Generationen Leet-men bleiben. Jeder Freie erhält unumschränkte Gewalt über seine schwarzen Sklaven. Daneben stehen Artikel anderen Geistes: Je sieben Personen gleichen Glaubens dürfen eine Kirche bilden, niemand darf den Gottesdienst eines anderen schmähen, und Juden und Heiden soll man durch Überzeugung gewinnen. Anwälte dürfen nicht für Geld plädieren, Kommentare zur Verfassung sind verboten. Wie diese Teile zusammenpassen sollten, lässt das Dokument offen.
- Politische Institutionen
- Eigentumsverhältnis
- Aristokratie
- Erbfolge
- Konstitutionalismus
- politische Repräsentation
- Rechtsverfahren
- religiöse Duldung
Ins Gespräch kommen
- Die Verfassung von Carolina erlaubt je sieben Personen, eine Kirche zu gründen, und gibt jedem Freien unumschränkte Gewalt über seine Sklaven. Wie passt beides in ein Dokument?
- In Carolina bleiben die Kinder der Leet-men, an einen Gutsherrn gebundener Pächter, für immer Leet-men. Warum macht die Verfassung in einem neuen Land einen Stand erblich?
- Für Geld vor Gericht zu reden nennt die Verfassung von Carolina „niedrig und verächtlich“, und Kommentare zu ihrem Text verbietet sie. Was fürchtet sie von Juristen?
- In Carolina sollte niemand über siebzehn den Schutz des Gesetzes genießen, ohne einer Kirche anzugehören. Warum eine Religion verlangen und ihre Wahl freistellen?
- Juden, Heiden und Abweichler soll man laut der Verfassung von Carolina nicht abschrecken, sondern durch gute Behandlung gewinnen. Was verspricht sie sich von der Duldung?