Gewissheit, Ideen und der Grund des Glaubens
Lässt eine Philosophie, die Gewissheit im Vergleich von Ideen sucht, die Geheimnisse des Glaubens ohne Stütze? Stillingfleet behauptet es, und Locke erwidert, der Glaube habe nie auf einer solchen Stütze geruht.
Stillingfleet wirft Locke vor, der „neue Weg der Ideen“ sei gegen die Dreieinigkeit gewendet worden und sein Urheber müsse dafür einstehen. Locke antwortet an drei Fronten. Er hat nie gesagt, Gewissheit verlange klare und deutliche Ideen. Sie verlangt nur die Wahrnehmung, dass Ideen übereinstimmen oder nicht, so dunkel manche bleiben mögen. Für Schlüsse, die ein anderer aus seinem Buch zog, haftet er nicht. Und Wissen und Glaube haben getrennte Gründe: Einen Glaubensartikel glaubt man, weil Gott ihn offenbart hat, und dazu braucht niemand eine philosophische Erklärung von Substanz oder Person. Ein gewiss gewordener Glaube wäre kein Glaube mehr, er wäre Wissen.
- Gewissheit
- Ideen
- Wissen
- Glauben
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Ins Gespräch kommen
- Wird Glaube gewiss, sagen Sie dem Bischof, so ist er Wissen und kein Glaube mehr. Warum sollte ein Christ ihn unterhalb der Gewissheit halten wollen?
- Ein anderer Autor stützte auf Ihre Erkenntnislehre die These, das Christentum kenne keine Geheimnisse. Warum haftet ein Verfasser nicht für das, was andere aus seinem Buch bauen?
- Gefragt, wie die Kirche die Dreieinigkeit stets verstanden habe, antworten Sie, Sie wüssten es nicht. Warum ist das Ehrlichkeit und kein Ausweichen?
- Eine Philosophie, die nicht sagen kann, was Substanz ist, führe in den Zweifel, warnte der Bischof. Warum ist das Eingeständnis einer Grenze etwas anderes als allgemeiner Zweifel?
- Jemand hält fest an einer Glaubenslehre und kann ihre Begriffe nicht erklären. Worauf ruht sein Glaube nach dem, was Sie dem Bischof darlegen?