Woran das Herz sich hängt
Was betet ein Mensch tatsächlich an, gleich was er bekennt? Der Große Katechismus liest die Zehn Gebote als Landkarte dafür, worauf Menschen vertrauen und wie sie mit dem Nächsten umgehen.
Luther fragt, was ein Gott ist, und antwortet mit dem Vertrauen: Woran ein Herz sich hängt und worauf es sich verlässt, das ist eigentlich sein Gott. Für viele ist das Geld, der allgemeinste Abgott auf Erden. Ebenso handfest liest er die übrigen Gebote. Diebstahl reicht in Markt, Kramläden und Werkstätten, und während kleine Diebe hängen, stehlen große Erzdiebe im Bund mit Fürsten ganz Deutschland aus. Falsch Zeugnis umfasst jede Zungensünde, also bringt man den wirklichen Fehler eines Nächsten unter vier Augen vor, statt ihn herumzutragen.
- Glauben
- Vertrauen
- Göttliches Gebot
- Vorsehung
- Göttliche Vorsehung
- Eigentumsverhältnis
- Religion
- Gerechtigkeit
- Sprechethik
- Religiöse Ethik
- Gebote
- Autorität
Ins Gespräch kommen
- Woran ein Herz sich hängt und worauf es sich verlässt, das ist nach Ihren Worten eigentlich sein Gott. Was beten die meisten Kirchgänger nach dieser Probe wirklich an?
- Jemand mit reichlich Geld und Gut fühlt sich sicher und vermisst nichts. Weshalb nennen Sie diese Ruhe den allgemeinsten Abgott auf Erden?
- Kleine Diebe hängt man, schreiben Sie, während große Erzdiebe im Bund mit Herren und Fürsten täglich ganz Deutschland ausstehlen. Wen zählen Sie zu den großen?
- Jede Zungensünde fällt nach Ihren Worten unter das Verbot des falschen Zeugnisses. Was soll jemand tun, der einen wirklichen, schweren Fehler seines Nächsten kennt?