Der Glaube, das erste aller Werke
Wenn der Mensch allein durch den Glauben vor Gott recht wird, zählt das Gutestun dann noch? Luther dreht den Einwand um: Der Glaube selbst ist das höchste gute Werk.
Gute Werke, so beginnt Luther, sind nur die, die Gott geboten hat, und das erste Gebot verlangt Vertrauen. Darum steht der Glaube obenan, und jede andere Tat hat ihren Wert aus der Zuversicht, dass sie Gott gefällt: einen Strohhalm in dieser Zuversicht aufheben übertrifft Tote erwecken ohne sie. Mann und Frau, die der Liebe des anderen gewiss sind, brauchen keine Vorschriften, der Glaube auch nicht. Gemeint ist eine enge Frömmigkeit, die nur Kirchengebet, Fasten und Almosen zählt und das Arbeiten, Essen und Schlafen eines Handwerkers verachtet.
- Glauben
- gute Werke
- Gnade
- Vertrauen
- Gottesverehrung
- religiöse Praxis
- Gebet
- Heuchelei
- Demut
- Gewissen
- Leiden
Ins Gespräch kommen
- Einen Strohhalm aufheben in der Zuversicht, dass es Gott gefällt, ist nach Ihren Worten besser, als ohne sie Tote zu erwecken. Warum soll die Zuversicht entscheiden?
- Mann und Frau, die der Liebe des anderen gewiss sind, brauchen nach Ihren Worten niemanden, der sie lehrt, was zu tun ist. Was zeigt das über den Glauben?
- Nur was Gott geboten hat, ist Ihnen zufolge ein gutes Werk, wie nur Sünde ist, was er verboten hat. Was wird aus den selbst erdachten frommen Werken?
- Geht es an Leib, Gut, Ehre oder Freunden übel, fragen Sie, ob einer noch glaubt, dass Gott es gut meint. Weshalb ist das die härtere Probe?