Ein Aufruhr des Mundes
Sollen Menschen, die von ihren Geistlichen beraubt werden, gegen sie zu den Waffen greifen? Luther sagt Nein, aus Gründen, die die verängstigten Geistlichen nicht hören wollten.
So gern Luther die Geistlichen in Angst sieht, er verbietet den Aufstand. Er werde nicht kommen, sagt er voraus, denn Gott selbst wolle sie strafen, härter, als ein Haufe es könnte. Aufruhr hat keine Vernunft, trifft mehr Unschuldige als Schuldige und ist von Gott verboten, der sich die Rache vorbehält. Bleibt, die eigenen Sünden zu erkennen, zu beten und zu reden: Christus hat mit seinem Mund schon einen Aufruhr begonnen, und das Papsttum wird durch den Geist seines Mundes getötet.
- politische Gewalt
- Gewaltlosigkeit
- ziviler Ungehorsam
- soziale Unruhen
- Göttliches Urteil
- Göttliche Gerechtigkeit
- Politische Autorität
- religiöse Reform
- Eschatologie
- Gerechtigkeit
Ins Gespräch kommen
- Sie sehen die Geistlichen gern in Furcht vor einem Aufruhr und wünschten ihnen noch mehr. Warum begrüßen Sie die Angst und verbieten den Aufruhr?
- Aufruhr hat nach Ihrem Argument keine Vernunft und trifft gemeinhin mehr die Unschuldigen als die Schuldigen. Wieso ist die Sache damit für Sie entschieden?
- Man fragt, was zu tun sei, wenn die Obrigkeit nicht gegen die Missstände vorgeht. Warum antworten Sie mit Sünden erkennen, Beten und offenem Reden?
- Das Papsttum wird nach Ihrer Voraussage durch keine Menschenhand fallen, sondern durch Gottes Zorn und den Geist von Christi Wort. Ist das Geduld oder bloßes Abwarten?
- Wer widerschlägt, der ist unrecht, sagen Sie mit dem Sprichwort, denn die Rache gehört Gott. Bleibt den Geschädigten damit nichts zu tun?