Buße für ein ganzes Leben
Lässt sich die Reue über die Sünde mit einer Zahlung erledigen, oder ist sie eine Umkehr, die so lange dauert wie das Leben? Von der Antwort hängt alles ab, was die Ablassprediger versprachen.
Gleich die erste These holt die Buße aus dem Beichtstuhl: Als Christus „Tut Buße“ sagte, meinte er das ganze Leben der Gläubigen. Danach schrumpft der Handel. Der Papst kann nur Strafen erlassen, die er oder das Kirchenrecht auferlegt hat, diese binden nur die Lebenden, und wer wahrhaft bereut, hat volle Vergebung auch ohne Ablassbrief. Echte Reue sucht die Strafen sogar, ein billiger Erlass lehrt, sie zu hassen. Am Schluss loben die Thesen die Prediger, die „Kreuz“ rufen statt „Friede“.
- Umkehr
- Buße
- Ablass
- Vergebung
- Absolution
- Fegefeuer
- Tod
- Strafen
- Gnade
- Heil
Ins Gespräch kommen
- Gleich Ihre erste These sagt, Christus habe das ganze Leben der Gläubigen als Buße gewollt. Was ändert sich, wenn Buße nie in einer einzigen Handlung erledigt ist?
- Wer wahrhaft bereut, so schreiben Sie, hat schon volle Vergebung von Strafe und Schuld, auch ohne Ablassbrief. Was kaufte man dann eigentlich?
- Die Prediger versprachen, die Seele fahre aus dem Fegefeuer, sobald die Münze im Kasten klingt. Was wächst Ihnen zufolge wirklich, wenn sie klingt?
- Jemand möchte ein schlechtes Gewissen mit einer einzigen Zahlung erledigen. Warum will echte Reue nach Ihren Thesen gar nicht von ihren Strafen befreit werden?