Den eigenen Frieden hüten
Wenn wenig ein Leben positiv glücklich machen und vieles es zerstören kann, was ist das weise Ziel — und wie viel des täglichen Verhaltens sollte defensiv sein?
Der Philosoph, der das Dasein für einen Irrtum hielt, stellte dennoch Regeln auf, es zu ertragen, und dies sind die schroffsten davon. Miss das Glück am Ausbleiben des Schmerzes statt am Vorhandensein der Lust; hüte deine Einsamkeit; erwarte wenig von Gesellschaft; behandle den heutigen Tag als den einzigen wirklichen Besitz, den du hast. Der Rat ist weltlich und illusionslos, nicht tröstend — seine Voraussetzung, dass der Friede etwas ist, das man schützt, nie etwas, das man erwirbt. Die Leser begegneten diesem praktischen Schopenhauer lange vor seiner Metaphysik.
- Menschennatur
- Wille
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- Subjektivität
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- Psychologie
- Erziehung
- Eitelkeit
- Charakter
Ins Gespräch kommen
- Ein Mensch jagt eine Lust nach der anderen und fühlt sich doch nicht glücklicher — sagst du ihm, das Leben stattdessen am vermiedenen Schmerz zu messen?
- Du sagst, das Glück sei nur das Ausbleiben des Schmerzes — schrumpft damit ein volles, freudiges Leben nicht auf bloß gelungene Abwehr?
- Was scheidet deine Regel, die Einsamkeit zu hüten und wenig von Gesellschaft zu erwarten, von schlichter Menschenfeindschaft?
- Um den heutigen Tag als den einzigen wirklichen Besitz zu behandeln, auf welche tröstlichen Zukunftspläne muss ein Mensch aufhören sich zu stützen?
- Jemand scheut die eigene Einsamkeit und füllt jede Stunde mit Gesellschaft — was rietest du ihm, wo der Friede wirklich zu finden ist?