Besser, nie gewesen zu sein
Ist das Leben eine Gabe mit etwas beigemischtem Schmerz, oder eine in Leiden abgezahlte Schuld vom ersten Tag bis zum letzten?
Das Dasein, sagt Schopenhauer ohne Umschweife, ist etwas, das besser nicht geschehen wäre. Wollen ist endloses Begehren, jeder erfüllte Wunsch bereitet nur dem nächsten den Boden; die Lust ist bloß das kurze Ausbleiben eines bestimmten Schmerzes, und die Langeweile flutet herein, sobald das Wollen innehält. Über den Selbstmord verweigert er die christliche Verurteilung und bestreitet zugleich, dass er etwas löse, denn der Tod beendet das Individuum und nicht den Willen, der es trieb. Für gepflegte Düsternis genommen, waren die Aufsätze als klarer Blick gemeint — die Weigerung, die Welt für etwas anderes auszugeben, als sie ist.
- Metaphysik
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- Pessimismus
Ins Gespräch kommen
- Ein zermürbter Mensch wünscht halb, er wäre nie geboren — begegnet deine Philosophie diesem Gedanken als klarem Blick statt als Verzweiflung?
- Du nennst das Dasein eine in Leiden abgezahlte Schuld — doch viele Menschen gäben, gefragt, ihr Leben nicht her; sind sie schlicht getäuscht?
- Worin unterscheidet sich dein Urteil, das Leben wäre besser nicht geschehen, von gewöhnlicher Düsternis oder einer vorübergehenden Verstimmung?
- Um die Lust als bloßes kurzes Ausbleiben des Schmerzes zu sehen, welche alltägliche Hoffnung auf positive Freude muss ein Mensch aufgeben?
- Jemand erwägt, sein Leben zu beenden, um dem Leiden zu entgehen — du verweigerst die Verurteilung und bestreitest doch, dass es etwas löse; was sagst du ihm?