Eine Erziehung, die den Willen bildet
Kann Erziehung einen Menschen hervorbringen, der das Unrechte gar nicht wollen kann? Fichte schlägt genau das vor, für jedes Kind einer besiegten Nation.
Die alte Erziehung, wirft Fichte ihr vor, hat nur ermahnt und Zöglingen, die unter Strafe lernten, künftig Brot und Ehre versprochen. Es ist vergebens, einem zu sagen: Fliege, wenn er keine Flügel hat. Die neue Erziehung, gebaut auf die Methode des Schweizer Erziehers Pestalozzi, soll den Willen so tief bilden, dass er nicht anders wollen kann: In diesem Sinn muss sie die Freiheit des Willens vernichten. Die Zöglinge wachsen abgesondert vom Gemeinen auf, und Lesen und Schreiben kommen erst am Schluss, weil die Buchstaben vom Anschauen zum bloßen Zeichen führen.
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Ins Gespräch kommen
- Die neue Erziehung muss Ihnen zufolge die Freiheit des Willens vernichten, sodass der Zögling nur noch das Gute wollen kann. Warum ist das Erziehung und nicht Zwang?
- Es ist vergebens, schreiben Sie, einem zu sagen: Fliege, wenn er keine Flügel hat. Was muss ein Erzieher in einem Kind aufbauen, statt bloß zu mahnen?
- Ihre Zöglinge sollen ganz abgesondert vom Gemeinen aufwachsen, vor jeder Berührung damit bewahrt. Kann ein Volk durch Kinder erneuert werden, die man ihm entzieht?
- Lesen und Schreiben wollen Sie erst ganz am Schluss lehren, weil die Buchstaben vom Anschauen zum bloßen Zeichen führen. Was lernen die Kinder bis dahin?
- Ein Kind lernt nur, weil man ihm künftig Brot und Ehre verspricht oder es jetzt straft. Was hat solcher Unterricht Ihnen zufolge schon verdorben?