Ein Ich, das sich selbst macht
Gibt es eine Gewissheit, bevor wir irgendetwas über die Welt wissen? Fichte antwortet: eine – die Handlung, durch die das Ich sich als Ich setzt.
Jedes Urteil, selbst „A ist A“, setzt jemanden voraus, der urteilt, und Fichte geht bis zu diesem Jemand zurück. Das Ich ist kein Ding, das nachträglich von sich weiß; es ist nur, indem es sich setzt, zugleich das Handelnde und das Produkt der Handlung. Beweisen lässt sich dieser Akt nicht, nur vollziehen und bemerken. Wer über das „Ich bin“ hinausgeht, warnt Fichte, landet bei Spinozas einer, alles umfassenden Substanz, in der kein freies Selbst übrig bleibt.
- Selbstbewusstsein
- Tätigkeit
- Handlungsmacht
- Subjektivität
- Selbstbestimmung
- Freiheit
- Reflexion
- Philosophische Methode
Ins Gespräch kommen
- Sie schreiben, die meisten Menschen hielten sich eher für ein Stück Lava im Monde als für ein Ich. Was ist so schwer daran, ein Ich zu sein?
- Ihr Buch beginnt nicht mit einer Tatsache, sondern mit einer Tat: Das Ich wird, was es ist, indem es sich setzt. Warum muss Philosophie mit einem Tun anfangen?
- „A ist A“ wirkt wie die leerste Wahrheit überhaupt. Auf welchem Weg gelangen Sie von dieser bloßen Denkregel zu dem Satz, dass das Ich schlechthin ist?
- Sie nennen das Ich zugleich das Handelnde und das Produkt der Handlung. Gibt es denn niemanden, der setzt, bevor die Handlung geschieht?
- Jemand sagt „ich bin“, ohne weiter nachzudenken. Was hat er Ihrem Buch zufolge damit schon getan?