Fünf Zeitalter der Menschheit
Hat die Geschichte eine Gestalt, die das Denken allein enthüllen kann? Fichte behauptet es und findet sein eigenes Jahrhundert auf halbem Weg.
Fichte setzt einen Weltplan voraus, einen einzigen Begriff des menschlichen Erdenlebens, aus dem dessen Hauptepochen folgen. Zuerst herrscht die Vernunft blind, als Instinkt; dann erstarrt dieser Instinkt zu äußerer Autorität; dann befreien sich die Menschen von der Autorität und mit ihr von der Vernunft; dann kehrt die Vernunft als Wissenschaft zurück, und zuletzt bildet sich die Menschheit frei zum Abbild der Vernunft. Am Anfang steht ein ursprüngliches „Normalvolk“, vernünftig ohne Wissenschaft und Kunst, so zufrieden, dass es keine Geschichte hinterließ, denn ein Tag floss ab wie der andere.
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Ins Gespräch kommen
- Sie teilen die ganze Geschichte in fünf Zeitalter, vom unschuldigen Instinkt bis zur freien Selbstgestaltung der Vernunft, und setzen Ihre Zeit genau in die Mitte. Warum dorthin?
- Ihr ursprüngliches „Normalvolk“ lebte ganz nach Vernunft, ohne Wissenschaft oder Kunst, und hinterließ keine Geschichte. Weshalb hat ein vollkommenes Volk nichts zu erzählen?
- Den Weltplan leiten Sie, wie Sie zugeben, hier nicht ab, sondern setzen ihn voraus. Was bewahrt Ihre fünf Zeitalter davor, eine erfundene Geschichte zu sein?
- Ihre Karte führt die Geschichte von der blind als Instinkt wirkenden Vernunft zur erkannten und frei angewandten. Wozu muss die Menschheit unterwegs ihre Unschuld verlieren?
- Jemand empfindet seine Zeit als die aufgeklärteste und zugleich die verlorenste. Kann Ihre Karte der Geschichte erklären, wie beides wahr sein kann?