Ein Auskommen für alle
Schützt der Staat nur, was die Leute zufällig besitzen, oder muss er erst dafür sorgen, dass jeder etwas hat? Fichte vertritt das Zweite und folgt ihm bis ans Ende.
Die meisten Rechtslehren, klagt Fichte, lassen den Staat bloß den Besitz bewachen, den er vorfindet. Seine Bestimmung sei vielmehr, jedem erst das Seinige zu geben und ihn dann dabei zu schützen. Eigentum ist ursprünglich ein ausschließendes Recht auf eine freie Tätigkeit, etwa Kleider oder Schuhe zu machen, und alle müssen ungefähr gleich angenehm leben können. Also legt der Staat die Anzahl der Bauern, Handwerker und Kaufleute fest, bestimmt die Preise und hält das Ganze im Gleichgewicht.
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Ins Gespräch kommen
- Eigentum ist Ihnen zufolge zuerst kein Ding, sondern ein ausschließendes Recht auf eine Tätigkeit, etwa Schuhe zu machen. Was ändert sich, wenn Besitz Recht auf Arbeit heißt?
- Alle müssen Ihnen zufolge ungefähr gleich angenehm leben können — können, nicht müssen. Wieso ist dieser kleine Unterschied so wichtig?
- Ihr Staat bestimmt, wie viele Landbau, Gewerbe oder Handel treiben dürfen, und setzt die Preise fest. Wo bleibt da noch Raum für die freie Wahl der Arbeit?
- Ein Handwerker arbeitet das ganze Jahr hart und kann sich doch nicht leisten, was er braucht, weil die Preise mit dem Markt schwanken. Was schuldet ihm Ihr Staat?
- Die meisten Denker lassen Ihnen zufolge den Staat bloß den vorgefundenen Besitz bewachen. Warum genügt es nicht, bestehendes Eigentum zu schützen, damit ein Staat gerecht ist?