Sich beim Denken ertappen
Woher wissen wir, dass wir es sind, die denken? Das Kapitel von 1797 zeigt, dass kein noch so langes Zurückblicken es uns lehren könnte.
Fichte spricht den Leser direkt an: Denke deinen Tisch oder deine Wand, und Denkendes und Gedachtes sind zwei; denke dich selbst, und sie sind eins. Das Denken, sagt er dem Leser, ist ein Handeln. Entstünde das Selbstbewusstsein aber erst durch Zurückblicken auf sich, so bräuchte jeder Blick ein weiteres Selbst, das sich seiner bewusst ist, ohne Ende. Also muss es schon da sein, unmittelbar, in jedem Akt des Denkens, ob nun eine Wand gedacht wird oder man selbst.
- Selbstbewusstsein
- Bewusstsein
- Denken
- Tätigkeit
- Selbstsetzung
- Subjekt-Objekt
- Subjekt-Objekt-Beziehung
- Reflexion
- Intuition
- Handlungsmacht
- Freiheit
Ins Gespräch kommen
- Der Leser Ihres Kapitels von 1797 soll an einen Tisch oder eine Wand denken und dann an sich selbst. Warum ist der zweite Gedanke von anderer Art?
- Würden wir uns unserer selbst nur durch Zurückblicken bewusst, bräuchte jeder Blick ein weiteres Selbst, das ihn bemerkt, endlos. Wodurch halten Sie diesen Regress auf?
- Das Selbstbewusstsein entsteht Ihnen zufolge nicht durch Reflexion, sondern ist in jedem Gedanken schon unmittelbar da. Was wäre ein Geist ohne es überhaupt?
- Jemand ist ganz in seine Arbeit vertieft und denkt kein einziges Mal „ich“. War er sich nach Ihrem Kapitel von 1797 dennoch seiner selbst bewusst?
- „Dein Denken ist dir ein Handeln“, sagen Sie dem Leser Ihres Kapitels von 1797. Was macht einen Gedanken zur Tat statt zu etwas, das uns bloß geschieht?