Freiheit, die in der Welt Gestalt gewinnt
Ist ein Mensch frei, wenn niemand ihn hindert, oder erst, wenn sein Wille in der Welt Gestalt gefunden hat? Die Antwort führt vom Eigentum bis zum Gewissen.
Hegel beginnt beim freien Willen und verfolgt ihn nach außen. Die Person gibt ihrer Freiheit zuerst ein äußeres Dasein im Eigentum, das andere achten müssen; der Vertrag verbindet zwei Willen; das Verbrechen negiert das Recht, die Strafe negiert das Verbrechen und ehrt den Verbrecher als Vernünftigen. Die Moralität wendet sich dann nach innen, zu Absicht und Gewissen, das Hegel als Recht der subjektiven Freiheit verteidigt und doch zur Heuchelei verhärten sieht, sobald es nur sich selbst verantwortlich ist. Freiheit als Tun, was man will, nennt er Willkür, die gewöhnlichste Vorstellung davon.
- Freiheit
- Freier Wille
- Wille
- Personsein
- Eigentumsverhältnis
- Verträge
- Strafe
- Gerechtigkeit
- Recht
- moralische Verantwortung
- Gewissen
- Moralität
- Subjektivität
- Individualität
Ins Gespräch kommen
- Oft hört man, Freiheit heiße, tun zu können, was man will. Weshalb gilt Ihnen das als Zeichen eines ungebildeten Denkens?
- Die Strafe ehrt den Verbrecher als Vernünftigen, weil seine eigene Tat das Gesetz enthält, nach dem er gerichtet wird. Wie kann eine Strafe eine Ehre sein?
- Ein Mensch in äußerster Lebensgefahr greift nach fremdem Eigentum, um zu überleben. Weshalb gestehen Sie ihm ein echtes Notrecht zu und nicht bloß Nachsicht?
- ‚Sei eine Person und respektiere die anderen als Personen‘ lautet das erste Rechtsgebot dieses Buches. Warum muss Freiheit mit etwas so Kühlem wie dem Eigentum beginnen?
- Dem eigenen Gewissen zu folgen, klingt nach dem Gipfel sittlicher Freiheit. Weshalb warnen Sie, ein Gewissen, das nur sich selbst verantwortlich ist, schlage in Heuchelei um?