Der Zweifel als eigene negative Seite der Philosophie
Ist der radikale Zweifel der Feind der Philosophie oder ein Teil von ihr? Wenn jede wahre Philosophie ihren Skeptizismus schon in sich trägt, ist der Sieg des Zweiflers über die Philosophen ein Schein.
Echter Skeptizismus, so Hegel, ist keine konkurrierende Schule, sondern die negative Seite jeder wahren Philosophie: die Kraft, die jede feste, begrenzte Behauptung des Verstandes auflöst. Sein vollendetstes Dokument ist kein Handbuch der Skeptiker, sondern Platons Parmenides, der das ganze Gebiet solcher Behauptungen umfasst und zerstört. Hegel hält sogar fest, dass jeder Satz der Vernunft, in die Begriffe des Verstandes zerlegt, sich selbst widerspricht. Eine Philosophie, die das begreift, ist weder Skeptizismus noch Dogmatismus, sondern beides zugleich, und die endlosen Geschichten des Zweifels verfehlen gerade dies.
- Skeptizismus
- Vernunft
- Philosophie
- spekulative Philosophie
- Identität
- Verstehen
- Platon
- Selbstreferenz
- Philosophische Methode
- Metaphysik
- Wissen
- Begriff und Wirklichkeit
Ins Gespräch kommen
- Weshalb finden Sie den vollendetsten Skeptizismus nicht bei den erklärten Zweiflern, sondern in einem Dialog Platons, dem Parmenides?
- Ein Zweifel, der jede Behauptung einreißt, klingt nach dem Feind der Philosophie. Weshalb gilt er Ihnen vielmehr als ihre eigene negative Seite?
- Leibniz fand die meisten Schulen im Recht mit dem, was sie behaupten, nicht mit ihrem Leugnen. Wieso beweist der endlose Streit der Philosophen weniger, als Zweifler glauben?
- Wenn jede echte Philosophie den Skeptizismus in sich trägt, was bewahrt Ihr eigenes System davor, sich unter diesem Zweifel aufzulösen?