Die Kunst als das sinnliche Scheinen der Idee
Wozu ist die Schönheit da, jenseits des Vergnügens? Hegel macht die Kunst zu einer der Weisen, in denen der Geist sich selbst die Wahrheit zeigt — der Idee eine Gestalt gegeben, die die Sinne wirklich fassen können.
Die Kunst, argumentiert Hegel, ist keine Zierde und kein bloßes Gefühl, sondern eine von drei höchsten Formen, in denen der Geist erfasst, was er ist, neben der Religion und der Philosophie stehend. Ihre eigentümliche Aufgabe ist es, der Idee eine sinnliche Form zu geben — die Wahrheit sichtbar, hörbar, der Wahrnehmung gegenwärtig zu machen statt nur dem Denken. Die Schönheit ist dieses angemessene Scheinen, das Ideal, in dem innere Bedeutung und äußere Gestalt einander vollständig entsprechen. Das ist eine große Behauptung, und sie stellt Hegel gegen jede Ansicht, die die Kunst als Schmuck, Flucht oder private Selbstäußerung behandelt: Für ihn trägt ein großes Werk das tiefste Selbstverständnis der Epoche.
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Ins Gespräch kommen
- Die Kunst ein Gefäß der Wahrheit neben Religion und Philosophie zu nennen — ist das nicht eine Last, die die Schönheit nie tragen sollte?
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