Ein System als Kreis von Kreisen
Lässt sich Philosophie in Stücken lernen, hier etwas Logik, dort etwas Ethik? Hegel antwortet, ein Gedanke sei nur durch seinen Platz im Ganzen gerechtfertigt, und das Ganze sei ein Kreis ohne bevorzugten Anfang.
Jeder der drei Teile ist ein in sich geschlossener Kreis, der seine eigene Schranke durchbricht und den nächsten eröffnet, sodass Logik, Natur und Geist einen Kreis von Kreisen bilden. Hegel richtet das gegen ein Philosophieren aus Meinung und Versicherung: Ein Satz außerhalb des Systems ist für ihn eine unbegründete Voraussetzung. Die Schlussparagraphen machen die Probe, indem sie die drei Teile als drei Schlüsse lesen, in denen jeweils ein anderer Teil die Mitte bildet, und das Buch kehrt zu seinem Anfang zurück, bevor es mit einer Stelle aus Aristoteles schließt.
- Philosophie
- Wahrheit
- Vernunft
- Vermittlung
- Totalität
- Einheit
Ins Gespräch kommen
- Niemand meint, ohne Lehre einen Schuh machen zu können, obwohl jeder Füße und Hände hat. Warum glauben so viele, zum Philosophieren brauche es kein Lernen?
- Die Philosophie ist hier ein Kreis von Kreisen, jeder Teil ein geschlossenes Ganzes, das in den nächsten führt. Warum kann sie nicht mit einem ersten Grundsatz beginnen?
- Jemand liest hier etwas Ethik, dort etwas Logik. Warum bleibt ein Gedanke für Sie unbegründet, solange er keinen Platz in einem Ganzen hat?
- Bei Homer haben manche Dinge zwei Namen, einen der Götter und einen der Menschen. Weshalb sind Religion und Philosophie für Sie zwei solche Sprachen für eine Wahrheit?
- Fromme Kritiker warfen Ihrer Philosophie Pantheismus vor, sie sehe in allem Gott. Warum antworten Sie, deren eigener, nur gefühlter Gott sei der leerere?