Der verborgene Plan der Geschichte
Aus der Nähe ist die Menschheitsgeschichte Krieg und Eitelkeit, die zu nichts aufgehen — was also, wenn sie aus hinreichender Ferne die Gattung irgendwohin treibt, wohin sie nie gehen wollte?
Die Natur hat einen Plan, dem die Handelnden nie zugestimmt haben, wettet Kant über neun nummerierte Sätze hin, und ihr Motor ist die ungesellige Geselligkeit der Menschheit: Die Menschen können einander weder ertragen noch entbehren, und diese Reibung zwingt sie, ihre Kräfte zu entfalten, Gesetze zu bauen und sich zuletzt einer gerechten Verfassung zu fügen. Der Krieg selbst ist ein Stachel, der die Gattung über Generationen auf eine gesetzliche Föderation zutreibt, in der die Zwietracht keinen Ort mehr hat. Er behauptet keinen Beweis, sondern einen Faden, dem ein philosophischer Geschichtsschreiber folgen könnte — das Werkzeug, das Hegel als die List der Vernunft neu bauen sollte.
- Teleologie
- Natur
- Freiheit
- Autonomie
- Geschichtsphilosophie
- Menschliche Entwicklung
Ins Gespräch kommen
- Du behauptest, die Natur habe einen Plan, dem die Handelnden nie zugestimmt haben — wie ist das mehr als eine Geschichte, die wir über den Trümmern erzählen?
- Lese ich die Nachrichten, sehe ich nur Grausamkeit und Verschwendung — was ließe einen Menschen glauben, die Geschichte gehe trotzdem irgendwohin?
- Wenn unser Neid und unsere Weigerung, uns beherrschen zu lassen, der Motor der Geschichte sind, welches schmeichelhafte Bild menschlicher Güte müssen wir aufgeben?
- Was unterscheidet deinen verborgenen Plan der Natur davon, zu behaupten, jeder Krieg sei schlicht dazu bestimmt gewesen zu geschehen?
- Jemand, den der menschliche Streit erschöpft, fragt sich, ob irgendetwas davon auf Frieden hinbaut — kannst du ihr aus diesem Aufsatz antworten?