Ein Vertrag gegen den Krieg
Was wäre nötig, damit die Nationen aufhören, bloß zwischen den Kriegen innezuhalten — und lässt sich dauernder Friede ins Recht schreiben, statt ihn dem guten Willen der Fürsten zu überlassen?
Als scherzhafter Friedensvertrag gefasst, legt der Aufsatz die Bedingungen dar, unter denen die Staaten den Krieg beenden könnten, statt ihn aufzuschieben. Sechs Präliminarartikel räumen den Boden — mit der Zeit keine stehenden Heere, kein Einmischen in fremde Verfassungen, keine für den Krieg gemachten Schulden; drei Definitivartikel bauen die Sache: jede Verfassung republikanisch, damit jene, die für die Kriege zahlen, ein Wort bei ihrer Erklärung haben; eine Föderation freier Staaten, die den Krieg zwischen ihnen ächtet; und ein weltbürgerliches Gastrecht, jedem Fremden als Anspruch geschuldet, nicht als Wohltat. Kant besteht: eine Aufgabe, keine Weissagung — und sein Bau erreichte das zwanzigste Jahrhundert unversehrt.
- Öffentlichkeit
- Freiheit
- Moralität
- Menschennatur
- Natur
- Vernunft
- Völkerrecht
Ins Gespräch kommen
- Ich zweifle, dass die Nationen je aufhören, bloß zwischen den Kriegen innezuhalten — was in deinem Vertrag gibt einem Bürger echten Grund zur Hoffnung?
- Du willst die stehenden Heere abschaffen und die Staaten in eine Föderation binden — ist der ewige Friede nicht genau der Friedhof, den dein Titel verspottet?
- Um den Frieden zur Aufgabe statt zur Weissagung zu machen, was müssen Fürsten und Völker preisgeben, das ihnen heute teuer ist?
- Was trennt deine Föderation freier Staaten von einer einzigen Weltregierung, die sie alle verschlingt?
- Das Gastrecht ist jedem Fremden als Anspruch geschuldet, nicht als Wohltat — was verlangt das von einem Menschen, der einem Fremden an der Tür begegnet?