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Immanuel Kant

Der Vernunftkritiker und Architekt der Autonomie

17 Werke · 5.216 Passagen verankert

Lebensdaten
1724–1804
Wikipedia

In eigenen Worten

Übersetzung von Prolegomena to Any Future Metaphysics (Originalsprache: Deutsch). Übersetzer: Carus, Paul.

§ 10. Accordingly, it is only the form of the sensuous intuition by which we can intuite things a priori, but by which we can know objects only as they appear to us (to our senses), not as they are in themselves; and this assumption is absolutely necessary if synthetical propositions a priori be granted as possible, or if, in case they actually occur, their possibility is to be comprehended and determined beforehand.

Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können,Prolegomena, §10

Übersetzung von Kritik der reinen Vernunft (Originalsprache: Deutsch). Übersetzer: Meiklejohn, J. M. D..

À priori synthetical judgements are possible when we apply the formal conditions of the à priori intuition, the synthesis of the imagination, and the necessary unity of that synthesis in a transcendental apperception, to a possible cognition of experience, and say: “The conditions of the possibility of experience in general are at the same time conditions of the possibility of the objects of experience, and have, for that reason, objective validity in an à priori synthetical judgement.

Kritik der reinen Vernunft,Section III. Systematic Representation of all Synthetical Principles of the Pure Understanding

Der Geist

Newtons Physik berechnete im 18. Jahrhundert Planetenbahnen und Gezeiten mit einer Genauigkeit, die niemand bestritt. Die Metaphysik stritt derweil über dieselben Fragen wie tausend Jahre zuvor: Gott, Freiheit, Unsterblichkeit der Seele. Christian Wolffs Schulphilosophie leitete das alles aus bloßen Begriffen ab — und David Hume zeigte, dass sie damit nichts ableitete. Wer sagt, der Stoß treibe die Kugel, hat nur oft genug gesehen, wie das eine dem anderen folgte; die Notwendigkeit steckt in der Gewohnheit, nicht in den Dingen. Auf dem Spiel stand keine Lehrmeinung, sondern die Frage, ob die Naturwissenschaft überhaupt weiß, was sie zu wissen glaubt.

In Königsberg unterrichtete zu dieser Zeit ein Magister, der von den Groschen seiner Hörer lebte. Immanuel Kant las seit 1755 als Privatdozent über Logik, Metaphysik und Mathematik, dazu über Erdbeben und physische Geographie — bezahlt wurde nach Köpfen im Saal. 1759 ging der Lehrstuhl für Logik und Metaphysik an einen anderen, den für Dichtkunst lehnte er 1764 ab, die Rufe nach Erlangen und Jena ebenso. Seine erste feste Anstellung war ab 1766 die eines Unterbibliothekars an der Schlossbibliothek. Professor wurde er mit sechsundvierzig.

Den Anstoß gab Hume: Die Erinnerung an den Schotten, hat Kant später gesagt, habe seinen dogmatischen Schlummer unterbrochen. Was folgte, war kein Buch, sondern Schweigen. Zwischen der Antrittsschrift von 1770 und der Kritik der reinen Vernunft liegen elf Jahre, in denen er zur Sache fast nichts veröffentlichte. Niedergeschrieben hat er das Ergebnis dann in vier bis fünf Monaten.

Der Gedanke, den diese elf Jahre kosteten, lässt sich in einem Satz sagen. Bislang hatte sich die Erkenntnis nach den Gegenständen zu richten; Kant kehrte das Verhältnis um und ließ die Gegenstände sich nach der Erkenntnis richten. Raum und Zeit sind demnach keine Behälter, in denen die Welt liegt, sondern die Formen, in denen überhaupt etwas angeschaut werden kann; Ursache und Wirkung sind kein Fund der Erfahrung, sondern ihre Bedingung.

Den Preis hat Kant offen benannt: Erkennbar sind Erscheinungen, das Ding an sich bleibt verschlossen. Dafür steht die Naturwissenschaft wieder auf festem Grund, und die alte Metaphysik, die über Gott und Seele Beweise führte, ist als Wissenschaft erledigt. Genau darauf war es abgesehen — das Wissen musste in die Schranken, damit der Glaube Platz bekam.

Das Buch erschien 1781, sein Verfasser war siebenundfünfzig, und es fiel durch. Man hielt es für dunkel. Im Januar 1782 erklärte eine Rezension in der Zugabe zu den Göttingischen Anzeigen von gelehrten Sachen, hier werde lediglich Berkeleys Idealismus aufgewärmt; gegen dieses Missverständnis schrieb Kant 1783 die Prolegomena und formulierte für die zweite Auflage von 1787 ganze Abschnitte neu. Berühmt machte ihn ein anderer: Karl Leonhard Reinhold erklärte ab 1786 im Teutschen Merkur einem Lesepublikum, was auf dem Spiel stand. Binnen weniger Jahre war Königsberg die Adresse der deutschen Philosophie.

Bei der Erkenntnis blieb die Umkehrung nicht. Gibt die Vernunft der Natur ihre Gesetze, so gibt sie auch dem Handeln das seine: Die Grundlegung zur Metaphysik der Sitten von 1785 bindet die Moral an keine Autorität, keine Offenbarung, keinen Nutzen, sondern allein an die Frage, ob die eigene Regel als Gesetz für alle taugen würde. Der Mensch als Zweck, niemals bloß als Mittel.

Der preußische Staat verstand sehr genau, was daran unbequem war. Nach der Religionsschrift von 1793 untersagte eine Kabinettsordre vom 1. Oktober 1794 Kant jede weitere Äußerung über Religion. Er fügte sich, formulierte sein Versprechen aber als getreuester Untertan Seiner Majestät — und hielt sich nach dem Tod Friedrich Wilhelms II. für entbunden. 1798 erschien Der Streit der Fakultäten, samt der Erklärung, warum der Satz so gebaut war.

Angreifbar war das System vom ersten Tag an. Friedrich Heinrich Jacobi hielt Kant vor, ohne das Ding an sich komme man in die Kritik nicht hinein und mit ihm nicht darin zurecht; aus diesem Riss ist der gesamte deutsche Idealismus hervorgegangen. Die Kategorientafel verteidigt heute niemand mehr. Die Frage darunter steht unverändert: Wie viel von dem, was als Welt erscheint, gehört dem Betrachter? Und der kategorische Imperativ ist aus der Philosophie längst ausgewandert — er steht, in anderen Worten, im ersten Artikel des Grundgesetzes.

Schlüsselbegriffe

Was meint Kant mit synthetischer Erkenntnis a priori?

Synthetische Erkenntnis a priori erweitert das Erkannte und erhebt zugleich den Anspruch auf Notwendigkeit und Allgemeingültigkeit, unabhängig von jeder besonderen Erfahrung. Kant erklärt damit, wie die Mathematik und die grundlegenden Prinzipien der Naturwissenschaft die Welt erschließen können, ohne allein aus Beobachtungen abgeleitet zu sein. Die Wendung bezeichnet daher das Problem, das seine kritische Philosophie lösen muss, und keine eigenständige Quelle mystischer Gewissheit.

Was ist eine Maxime in Kants Ethik?

Eine Maxime ist das persönliche Prinzip, nach dem ein Handelnder sich zum Handeln entscheidet. Sie gibt an, was jemand zu tun beabsichtigt und aus welchem Grund, statt lediglich eine äußerliche Bewegung zu beschreiben. Kant prüft die Moral auf dieser Ebene, weil dieselbe Tat unterschiedlichen Prinzipien Ausdruck geben kann und nur eine Maxime daraufhin beurteilt werden kann, ob sie als Gesetz taugt.

Was ist der kategorische Imperativ?

Der kategorische Imperativ gebietet unbedingt: Er bindet einen Handelnden unabhängig von den gewünschten Folgen, vom persönlichen Vorteil oder von den Umständen. Kant stellt ihn den hypothetischen Imperativen gegenüber, die eine Handlung nur als Mittel zu einem selbst gewählten Zweck anweisen. Seine Prüfungen fragen, ob eine Maxime als allgemeines Gesetz gelten könnte und ob vernünftige Personen als Zwecke behandelt werden, statt bloß als Mittel gebraucht zu werden.

Was meint Kant mit Aufklärung?

Aufklärung bedeutet, aus einer selbstverschuldeten Abhängigkeit von der Leitung anderer herauszutreten, indem man sich seines eigenen Verstandes bedient. Kant verbindet diese Unabhängigkeit mit dem öffentlichen Gebrauch der Vernunft: Bürger müssen frei sein, Gesetze, Institutionen und Überzeugungen offen zu erörtern, auch wenn sie in ihren privaten Rollen bestimmten Pflichten gehorchen. Geistige Reife verlangt daher Mut, aber auch diszipliniertes Argumentieren.

Was ist die reflektierende Urteilskraft in Kants Philosophie?

Die reflektierende Urteilskraft sucht nach einem allgemeinen Prinzip, wenn kein gegebener Begriff bereits bestimmt, wie ein besonderer Fall zu verstehen ist. Die bestimmende Urteilskraft wendet eine vorhandene Regel an; die reflektierende Urteilskraft muss ihre Regel erst suchen, während sie den Fall prüft. Kant nutzt dieses Vermögen, um die Urteile über Schönheit und die zweckmäßige Organisation der Natur zu erklären, ohne die eine oder die andere Erfahrung in theoretische Erkenntnis zu verwandeln.

Themen eines Geistes

Begriffe, die im hier vorliegenden Korpus gemeinsam wiederkehren, zu Themen gebündelt und danach geordnet, wie viel des Gesamtwerks jedes einnimmt.

Bedingungen der Erkenntnis

Wie wird Erfahrung zu Erkenntnis, und was muss der Verstand beitragen, bevor etwas als Gegenstand erscheinen kann? Die Antwort bestimmt, wie weit die Vernunft fortschreiten kann – und wo sie haltmachen muss.

Kant bestreitet, dass das Gemüt die Erfahrung als unbeschriebene Fläche empfängt: es ordnet die Erscheinungen durch Raum, Zeit und Begriffe. Die Kritik der reinen Vernunft von 1781 richtet diesen Anspruch gegen die dogmatische Metaphysik ebenso wie gegen einen schlichten Empirismus. Erkenntnis verlangt daher Sinnlichkeit und Struktur zugleich. Jenseits möglicher Erfahrung erzeugt die Vernunft Fragen, die sie theoretisch nicht beantworten kann: nach der Seele, nach der Welt im Ganzen, nach Gott. Ihre Grenzen schützen ihren rechtmäßigen Gebrauch.

  • Erkenntnistheorie
  • Kognition
  • Erfahrung
  • a priori
  • Wahrnehmung
  • Grenzen der Erkenntnis
  • Raum
  • Zeit
  • Wissen

Vernunft an ihren Grenzen

Was kann die Vernunft feststellen, wenn sie die Wirklichkeit jenseits möglicher Erfahrung untersucht? Kant macht die Antwort zum Prüfstein der Metaphysik selbst: Eine disziplinierte Kritik muss legitime Erkenntnis von Fragen trennen, die die Vernunft nicht entscheiden kann.

Die Vernunft verlangt nach unbedingten Erklärungen, doch Kant zeigt, dass diese Forderung in Widersprüche führt, sobald sie die Erfahrung überschreitet. Die bloße Logik erschließt die Dinge nicht, wie sie unabhängig von den Bedingungen ihres Erscheinens sind. Seine Kritik wendet sich deshalb gegen die selbstgewissen Beweise der Theologie und gegen spekulative Behauptungen über die Wirklichkeit, ohne die Metaphysik im Ganzen preiszugeben. Die Aufgabe ist methodisch: erst die Regeln und Grenzen der Untersuchung bestimmen, dann die Vernunft für die Arbeit bewahren, die diese Grenzen erlauben.

  • Vernunft
  • Metaphysik
  • Logik
  • Theologie
  • Realität
  • Empirismus
  • Methodologie
  • Subjektivität

Der autonome moralische Wille

Warum sollte ein vernünftiger Mensch einem moralischen Gesetz gehorchen, das nicht von Neigung, Belohnung oder Autorität abhängt? Kant bindet die moralische Verpflichtung an Autonomie und macht Freiheit zur Bedingung der Verantwortlichkeit statt zu einem Ausweg aus der Pflicht.

Kant gründet die Moral in der praktischen Vernunft, nicht in der Glückseligkeit, der Sitte oder einem göttlichen Gebot. Ein freies Wesen gibt sich das Sittengesetz selbst, und doch bindet dieses Gesetz jedes vernünftige Wesen, weil es allgemein gelten muss. In der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten von 1785 und in der Kritik der praktischen Vernunft von 1788 schlägt die Pflicht die Neigung als Maßstab des Wertes. Freiheit gewinnt damit eine anspruchsvolle Bedeutung: verantwortliches Handeln verlangt Autonomie, nicht die Erlaubnis, zu wählen, was einem gerade beliebt.

  • Moralität
  • praktische Vernunft
  • Freiheit
  • Pflicht
  • Ethik
  • Wille
  • Autonomie
  • Rationalität

Natur und Zweckmäßigkeit

Wie kann die Natur kausaler Notwendigkeit gehorchen, während Organismen und die natürliche Welt zu Zweckurteilen einladen? Kant fragt, was ein Urteil legitimerweise beanspruchen darf, wenn wissenschaftliche Erklärung die Art und Weise, wie die Natur geordnet ist, nicht vollständig erfassen kann.

Kant unterscheidet, die Natur aus Ursachen zu erklären, davon, sie zu beurteilen, als wären ihre Formen zweckmäßig geordnet. Die hier vorliegende Kritik der Urteilskraft gibt der teleologischen Urteilskraft eine regulative Rolle: sie leitet die Forschung, ohne zu beweisen, dass die Natur bewusste Zwecke enthält. Für die Wissenschaft bleibt die Kausalität unentbehrlich; die Zweckmäßigkeit hilft der Urteilskraft, organisierte Wesen zu begreifen. Diese Trennung hindert die Theologie daran, sich als Biologie auszugeben, und bewahrt zugleich eine Frage, welche die mechanische Erklärung allein nicht beseitigt.

  • Teleologie
  • Kausalität
  • Natur
  • Methodologie
  • Urteil

Schönheit ohne Regel

Wie kann ein Geschmacksurteil Anspruch auf Zustimmung erheben, wenn es auf Gefühl statt auf einem nachweisbaren Begriff beruht? Kant verortet seine Kraft in einem geteilten menschlichen Vermögen zu urteilen, nicht in einer Eigenschaft, die Gegenstände wie einen Messwert an sich tragen.

Kant behandelt das Schöne als ein Urteil, das im Wohlgefallen gründet und sich doch nicht auf bloße persönliche Begierde zurückführen lässt. In der Kritik der Urteilskraft spielen Einbildungskraft und Verstand frei zusammen, ohne einen bestimmten Begriff anzuwenden, und daraus gewinnt das Urteil seinen eigentümlichen Anspruch auf allgemeine Zustimmung. Keine Regel kann beweisen, dass ein Gegenstand schön ist. Das ästhetische Urteil zeigt so die Subjektivität am Werk und reicht doch über die bloße Vorliebe hinaus — eine Spannung, die Kant nicht dadurch auflöst, dass er den Geschmack zur Wissenschaft macht.

  • Ästhetik
  • Urteil
  • Wahrnehmung
  • Subjektivität

In Zahlen

Werke im Bestand
17
erfasste Passagen
5.216
erfasste Konzepte
1.837
thematische Cluster
5

Konzepte, die zusammen auftreten

Jeder Bogen am Rad ist ein Konzept. Ein Band verbindet zwei, die immer wieder in derselben Passage auftauchen; seine Breite zeigt, wie viele Passagen sie teilen. Am stärksten: Metaphysik mit Vernunft.
Konzept-Kookkurrenz, stärkste zuerst 8 Konzepte, verbunden durch 23 Paarungen. 2.141 gemeinsame Passagen insgesamt. 77 schwächere Paarungen reichen über diese Konzepte hinaus und werden nicht gezeichnet.
KonzeptVerbundenes KonzeptGemeinsame Passagen
MetaphysikVernunft245
LogikMetaphysik164
KognitionWahrnehmung160
KausalitätMetaphysik149
KausalitätTeleologie122
TeleologieVernunft118
LogikVernunft115
ErkenntnistheorieLogik101
ErkenntnistheorieMetaphysik94
KognitionLogik93
KausalitätVernunft88
ErkenntnistheorieVernunft81
KausalitätLogik76
ErkenntnistheorieKognition74
MetaphysikWahrnehmung67
MetaphysikTeleologie59
ErkenntnistheorieTeleologie58
ErkenntnistheorieWahrnehmung57
KognitionVernunft56
KausalitätWahrnehmung47
LogikWahrnehmung47
KognitionMetaphysik40
KognitionTeleologie30

Der Bogen eines Werks

Das Gewicht einer Zelle ist der Anteil des Konzepts an den Passagen des Werks; eine Spalte lässt sich daher ebenso von oben nach unten lesen wie eine Zeile von links nach rechts. Am dichtesten: Autonomie in Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, 60 %.

Dichte 0 % 60 %

Konzeptdichte je Werk, chronologisch 17 Werke, in der Reihenfolge ihrer Entstehung. 8 Konzeptspalten, nach Gesamtgewicht geordnet. 79 weitere Konzepte liegen außerhalb der gezeigten Spalten.
WerkJahrVernunftAutonomiePflichtMetaphysikRationalitätEthikFreiheitpraktische Vernunft
Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen7,2 %0 %0 %22,2 %1,8 %0,6 %0 %0 %
Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und der Moral9,8 %2 %31,4 %2 %11,8 %2 %0 %23,5 %
Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik10,1 %0 %0 %21,7 %0 %0 %0 %0 %
Kritik der reinen Vernunft19,6 %0,6 %0,7 %22,3 %5,7 %2,5 %2,6 %2,5 %
Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?0 %60 %0 %0 %4 %0 %4 %0 %
Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht0 %12,1 %0 %0 %0 %0 %3 %0 %
Grundlegung zur Metaphysik der Sitten9,8 %19,4 %24,9 %4,9 %26 %36,7 %7,2 %7,2 %
Was heißt: sich im Denken orientieren?16,7 %22,2 %8,3 %5,6 %13,9 %0 %36,1 %16,7 %
Kritik der praktischen Vernunft10,2 %5,9 %9,4 %8,5 %11,6 %15,6 %3,7 %11,6 %
Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft5,2 %2,9 %12 %3,2 %2,3 %2,3 %15,9 %25,3 %
Zum ewigen Frieden: Ein philosophischer Entwurf35,3 %0 %1,4 %27,3 %1,4 %1,4 %9,4 %0,7 %
Einleitung in die Rechtslehre16,7 %4,2 %0 %0 %0 %0 %20,8 %0 %
Von der Macht des Gemüts, durch den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu sein8,1 %29,7 %24,3 %2,7 %16,2 %2,7 %0 %5,4 %
Über Pädagogik4,9 %7,4 %9 %3,3 %8,2 %1,6 %12,3 %20,5 %
Kritik der Urteilskraft15,7 %4,9 %1,1 %10 %6,8 %5,9 %3,2 %4,4 %
Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können27,4 %0 %0 %39,9 %8,9 %1,2 %0,6 %0,6 %
Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre0 %15,1 %52,8 %0 %24,5 %58,5 %9,4 %9,4 %

Werke im Bestand

Titel in deiner Sprache, darunter das Original in Klammern. Die seitlichen Marken zeigen, welche Volltexte vorliegen.

  1. 1764 Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen

    Der populäre Essay aus Kants vorkritischen Jahren, sechsundzwanzig Jahre bevor die Kritik der Urteilskraft dem Geschmack eine strenge Grundlage gab; seine Bemerkungen über Rasse und Geschlecht treiben heute einen großen Teil der Forschung zu ihm an.

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  2. 1764 Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und der Moral

    Kants zweitplatzierter Beitrag zum Preiswettbewerb der Berliner Akademie und der schärfste der vorkritischen Essays: Er stellt die Methode der Philosophie schon gegen die der Mathematik — das Problem, das die erste Kritik endlich löste.

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  3. 1766 Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik

    Das anonyme, ironische Buch von 1766, in dem Kants Vertrauen in die spekulative Metaphysik sichtbar zusammenbricht — die Räumung des Feldes, auf dem die erste Kritik fünfzehn Jahre später bauen sollte.

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  4. 1781 Kritik der reinen Vernunft

    Das Buch im Zentrum von allem, was ihm folgte: die erste der drei Kritiken, für die zweite Auflage von 1787 fast bis zur Unkenntlichkeit überarbeitet, und das Werk, das die Prolegomena erklären sollten.

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  5. 1784 Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

    Das meistzitierte Stück, das Kant schrieb, und eines der kürzesten: eine Zeitschriftenantwort von 1784 auf eine Frage, die ein Berliner Pfarrer hatte offenstehen lassen, und das prägende Schlagwort der deutschen Aufklärung.

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  6. 1784 Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht

    Der Aufsatz, in dem Kant die Geschichte erstmals als mehr denn als Chronik behandelt — neun Sätze, die ihr eine verborgene vernünftige Gestalt zusprechen; der Keim von Zum ewigen Frieden und ein Werkzeug, das Hegel später übernahm.

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  7. 1785 Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

    Das kurze, bewusst vorbereitende Buch, das den kategorischen Imperativ freilegt, bevor es etwas darauf baut; drei Jahre später gab die Kritik der praktischen Vernunft demselben Sittengesetz seine vollere Begründung.

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  8. 1786 Was heißt: sich im Denken orientieren?

    Ein Eingriff in den Pantheismusstreit, der die deutsche Aufklärung spaltete: Monate nach Mendelssohns Tod geschrieben, steckt er einen Vernunftglauben zwischen dogmatischem Beweis und Jacobis Sprung ab.

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  9. 1788 Kritik der praktischen Vernunft

    Die zweite der drei Kritiken und Kants Antwort an jene, die die Freiheit der Grundlegung bezweifelten; sie führt das Faktum der Vernunft und die Postulate Gottes und der Unsterblichkeit ein.

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  10. 1793 Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft

    Das Buch, das Kant den Befehl eintrug, das Schreiben über Religion einzustellen: vier Aufsätze von 1793, die die christliche Lehre auf der Vernunft neu bauen und Offenbarung und Priesterschaft dem zuweisen, was Kant Afterdienst nannte.

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  11. 1795 Zum ewigen Frieden: Ein philosophischer Entwurf

    Der späte Aufsatz, dessen Plan eines Bundes freier Staaten das zwanzigste Jahrhundert unversehrt erreichte; Kant, über siebzig, schrieb ihn, als Preußen sich aus dem Krieg gegen das revolutionäre Frankreich zurückzog.

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  12. 1797 Einleitung in die Rechtslehre

    Der rahmende Abschnitt der Rechtslehre, der rechtlichen Hälfte von Kants Metaphysik der Sitten von 1797; er bestimmt ein Recht durch die Freiheit allein und bindet jedes Recht an eine Befugnis zu zwingen.

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  13. 1798 Von der Macht des Gemüts, durch den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu sein

    Der dritte Teil von Kants spätem Streit der Fakultäten (1798), geschrieben als Antwort an den Arzt Hufeland — eine Diätetik des Philosophen und seine persönlichste Seite über das Regieren des Körpers durch das Gemüt.

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  14. 1803 Über Pädagogik

    Eines der letzten Bücher, das unter Kants Namen erschien (1803), obwohl sein Herausgeber Rink es aus Vorlesungsnotizen baute; das vollständigste Zeugnis von Kant über die Erziehung und von seiner Schuld an Rousseau.

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  15. Kritik der Urteilskraft (Critique of Judgement)

    Das Buch, auf das die Romantiker und die Deutschen Idealisten bauten: Kants Darstellung des Schönen und der Zweckmäßigkeit in der Natur von 1790, geschrieben, um die Kluft zu überbrücken, die sich zwischen seinen ersten beiden Kritiken aufgetan hatte.

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  16. Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre (Die Metaphysik der Sitten)

    Lange als bloßer Anhang zur Grundlegung gelesen, ist diese ethische Hälfte der Metaphysik der Sitten von 1797 der Ort, an dem Kant die Tugendpflichten ausbuchstabiert; spätere Kantianer bargen sie als seine Lehre vom Charakter.

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  17. Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können (Prolegomena to Any Future Metaphysics)

    Geschrieben, um die Kritik der reinen Vernunft nach ihrer ratlosen Aufnahme zu retten, führt diese kürzere Neufassung von 1783 dasselbe Argument rückwärts und wurde für die meisten Leser die erste Begegnung mit Kant.

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Zwei Geister gegeneinander antreten lassen

Jede dieser Fragen beantworten die beiden verschieden. Wähle eine, und sie tragen sie aus, beide gestützt auf die hier vorliegenden Texte.