Süß nur für den, der ihn nicht kennt
Würde noch jemand den Krieg wählen, wenn er eine Schlacht gesehen hätte, bevor er sie rühmt? Der Essay antwortet, indem er nacheinander den menschlichen Körper, das Evangelium und die Argumente der Kriegsbefürworter liest.
Die Natur bewaffnete Stier, Löwe und Eber und schuf den Menschen nackt, weich und fähig zu weinen, ein Geschöpf für die Freundschaft. Tiere kämpfen aus Hunger oder Furcht und selten gegen die eigene Art; Menschen schmieden Waffen, um Menschen zu töten. Den Beweisen der Kriegsfreunde begegnet Erasmus einzeln: Petrus kämpfte, aber bevor er wirklich Christ war, und verleugnete bald seinen Herrn; jeder Fürst hat einen Rechtstitel, und keinem fehlte je einer. Selbst ein ungerechter Friede, schließt er, sei besser als ein gerechter Krieg.
- Krieg
- Frieden
- Gewalt
- Menschennatur
- Christentum
- Gewaltlosigkeit
- Gerechtigkeit
- christliche Ethik
Ins Gespräch kommen
- Die Natur gab dem Stier Hörner und dem Eber Hauer, schreiben Sie, den Menschen aber schickte sie nackt und weich hinaus. Wozu war er gemacht?
- Von allen Geschöpfen, bemerken Sie, bekam nur der Mensch Tränen und Lachen. Wieso sollten gerade diese beiden Gaben gegen den Krieg sprechen?
- Ein junger Mann brennt darauf, Soldat zu werden, und hat nie eine Schlacht gesehen. Was würde ihm zuerst auffallen, stünde er mitten in einer?
- Kriegsbefürworter verweisen darauf, dass Petrus selbst das Schwert zog, um Christus zu schützen. Weshalb überzeugt Sie sein Beispiel nicht?
- Christen nennen die Türken Feinde des Glaubens. Warum wollen Sie diese lieber durch christliches Leben gewinnen als in einem Kreuzzug besiegen?