Der Friede ohne Bleibe
Warum können Christen, die zu einem Vater beten, nicht in Frieden zusammenleben? Der Friede selbst fragt es, nachdem er an jede Tür der Christenheit geklopft und keine offen gefunden hat.
Der Friede sucht eine Bleibe: in den Städten, am Hof, bei den Gelehrten, wo der Logiker mit dem Rhetor streitet, bei den Mönchen, die in verfeindete Orden zerfallen, selbst in der Ehe, in der zwei eins werden. Überall wird er vertrieben. Am schwersten wiegt die Schuld der Christen, die das Kreuz in die Schlacht tragen und deren Geistliche, englische wie französische, von der Kanzel den Krieg predigten. Erasmus verweigert den Trost der Lehre vom gerechten Krieg und bietet praktische Mittel an: Schiedsspruch durch weise, unparteiische Männer und Könige, die lieber nachgeben, als das Leben ihrer Völker einzusetzen.
- Frieden
- Krieg
- christliche Einheit
- religiöse Heuchelei
- Klerus
- Nationalismus
- Königtum
- Gemeinwohl
- politische Verantwortung
Ins Gespräch kommen
- Der Friede, der in diesem Buch spricht, sucht Zuflucht bei Fürsten, Gelehrten und Mönchen. Weshalb weisen ihn ausgerechnet die Mönche ab?
- Gedungene Soldaten tragen das Kreuz auf ihren Fahnen, wenn sie zum Töten ausziehen. Was hätte dieses Zeichen sie eigentlich lehren sollen?
- Ein König sagt, als Privatmann gäbe er in einem Streitpunkt gern nach, als König aber nicht. Warum lassen Sie diese Ausrede nicht gelten?
- Als England und Frankreich zuletzt kämpften, predigten die Geistlichen beider Länder den Krieg von der Kanzel. Was soll ein Prediger sagen, wenn sein eigenes Land marschiert?
- Wenigstens in der Ehe, wo zwei Menschen eins werden, hoffte der Friede auf eine Bleibe. Wodurch wird er selbst von dort vertrieben?