Glaube ohne Beiwerk
Was bleibt von der Religion, wenn die Geschäfte mit den Heiligen, die Fastenregeln und die Reliquien weggelacht sind? Die Gespräche fragen es Szene um Szene und erwarten die Antwort vom Leser.
Auf einem sinkenden Schiff feilschen die Passagiere mit jedem Heiligen, den sie kennen, während ein Mann zu Gott betet und nach dem Mastrest greift. Ein Metzger und ein Fischhändler streiten über die kirchlichen Fleischverbote. Ein Katholik prüft einen mutmaßlichen Lutheraner und stellt fest, dass er das ganze Glaubensbekenntnis annimmt. Zwei Freunde sterben, der eine unter Mönchen und Zeremonien begraben, der andere in stillem Vertrauen. Erasmus verspottet nicht den Glauben, sondern was über ihn gewachsen ist, und seine Komödie kehrt immer wieder zum Gewissen zurück, dem Ort, an dem Religion lebt.
- religiöse Satire
- Aberglaube
- religiöse Heuchelei
- Gebet
- religiöse Praxis
- Religionsrecht
- Frömmigkeit
- Gewissen
Ins Gespräch kommen
- In Ihrem ‚Schiffbruch‘ gelobt ein Passagier dem heiligen Christophorus eine riesige Kerze und flüstert dann, er gäbe nicht einmal eine aus Talg. Was verrät dieser Handel?
- In Ihrem Gespräch über das Fischessen streiten ein Metzger und ein Fischhändler über die kirchlichen Fastengebote. Wozu legen Sie einen theologischen Streit zwei Händlern in den Mund?
- Ein Katholik staunt in Ihrem Glaubensgespräch, dass ein verdächtiger Lutheraner jeden Artikel des Glaubensbekenntnisses annimmt. Was trennt die beiden dann noch?
- In einem Gespräch dankt die Jungfrau Maria brieflich einem Reformer, dass er ihr die törichten Bitten der Leute erspart. Gilt der Spott ihm oder den Frommen?
- Ihr ‚Begräbnis‘ stellt zwei Sterbebetten nebeneinander, eines voller Mönche und Zeremonien, eines schlicht und vertrauensvoll. Wer starb besser, und weshalb?