Ein Geometriebuch, endlos abgeschrieben
Könnte eine Welt, die immer schon existiert hat, sich selbst erklären? Leibniz stellt sich ein endlos abgeschriebenes Geometriebuch vor, um zu zeigen, warum nicht.
Angenommen, ein Buch über die Elemente der Geometrie hätte immer schon existiert, jedes Exemplar von einem früheren abgeschrieben. Jedes Exemplar ist durch das vorige erklärt, und doch erklärt nichts, warum es ein solches Buch überhaupt gibt und warum darin steht, was darin steht. Man mag die Zustände der Welt so weit zurückverfolgen, wie man will, dieselbe Lücke bleibt: Keiner von ihnen liefert den Grund, warum es eine Welt gibt und warum gerade diese. Dieser Grund muss außerhalb der Reihe liegen, in einem Wesen, dessen Existenz keines weiteren Grundes bedarf.
- zureichender Grund
- Kosmologisches Argument
- Kontingenz
- Notwendigkeit
- Existenz
- Verursachung
- Ewigkeit
- Gott
Ins Gespräch kommen
- Jedes Exemplar des Geometriebuchs ist durch das vorige erklärt. Warum genügt eine endlose Kette von Erklärungen nicht?
- Jemand erklärt jedes Ding in seinem Leben durch das vorige und hat keine weitere Frage. Was entgeht ihm?
- Die Welt könnte keinen Anfang haben und immer bestanden haben. Würde das den Grund außerhalb von ihr überflüssig machen?
- Gott muss ein Wesen sein, zu dessen Natur das Dasein gehört, sagen Sie. Warum könnte nicht die Welt selbst dieses Wesen sein, das keinen weiteren Grund braucht?
- Ist die Welt einmal, wie sie ist, folgen ihre späteren Zustände aus Gesetzen. Macht das die ganze Welt notwendig?