Ist der Raum ein Ding oder eine Ordnung von Beziehungen?
Hätte Gott die ganze Welt an eine andere Stelle im Raum setzen können? Für Clarke, der den absoluten Raum verteidigte, ergab die Frage Sinn; für Leibniz zeigt sie, dass der Raum nur eine Ordnung zwischen den Dingen ist.
Leibniz antwortete Clarke mit zwei Prinzipien. Nichts geschieht ohne zureichenden Grund; also hätte Gott keinen Grund haben können, die Welt an eine Stelle im absoluten Raum zu setzen statt an eine andere. Und keine zwei Dinge sind einander völlig gleich. Wäre der Raum ein wirkliches Ding, so wären seine Stellen voneinander ununterscheidbar, und eine Wahl zwischen ihnen wäre eine Wahl ohne Grund. Raum und Zeit können daher nur Ordnungen von Beziehungen zwischen den Dingen sein. Clarke hielt am absoluten Raum und an der absoluten Zeit fest, am leeren Raum und an den Atomen. H. G. Alexanders Ausgabe von 1956 verfolgte die Frage bis zu Einstein.
- Raum
- Zeit
- absoluter Raum
- Relationalismus
- Relationen
- Satz vom zureichenden Grunde
- zureichender Grund
- Identität des Ununterscheidbaren
- Vakuum
- Materie
- Bewegung
- Schöpfung
Ins Gespräch kommen
- Gott hätte die Welt ein Jahr früher erschaffen können, wendet jemand ein. Sie antworten, das behandle die Zeit als etwas neben den Ereignissen. Was ist daran falsch?
- Clarke, Newtons Verbündeter, sagt, Gottes Wille allein erkläre, wo die Welt im Raum steht. Warum lassen Sie das nicht als zureichenden Grund gelten?
- Jemand fühlt sich klein vor dem unendlichen leeren Raum. Was ändert sich für ihn, wenn der Raum nur eine Ordnung zwischen den Dingen ist?
- Als Knabe glaubten Sie an Atome und leeren Raum, bis die Vernunft Sie zurückholte. Warum verrät der Glaube an das Leere mehr Einbildung als Vernunft?
- Wäre der Raum nur eine Ordnung zwischen den Dingen, so könnte Gott laut Newtons Verbündetem Clarke die ganze Welt unverändert geradlinig rasen lassen. Ist das absurd?