Warum ein Körper mehr ist als Ausdehnung
Ist ein Körper nichts als Länge, Breite und Tiefe, wie Descartes lehrte? Leibniz verweist auf etwas, das jeder Zusammenstoß zeigt: Körper sträuben sich dagegen, bewegt zu werden.
Wäre ein Körper nur Ausdehnung, müsste die Ausdehnung alles erklären, was ein Körper tut, und die Trägheit kann sie nicht erklären. Ein ruhender Körper sträubt sich dagegen, in Bewegung gesetzt zu werden, und je größer er ist, desto mehr bremst er den Körper, der auf ihn stößt; ein bloß geometrischer Körper würde ohne Geschwindigkeitsverlust mitgenommen. Also muss etwas jenseits der Geometrie zur Materie gehören: Kraft, das Vermögen zu wirken und Wirkungen zu erleiden. Leibniz hielt daran fest, dass alles Körperliche mechanisch zugeht, führte die Bewegungsgesetze aber auf eine höhere Quelle als die Mathematik zurück und hoffte, damit die Frommen mit der neuen Korpuskularphilosophie zu versöhnen.
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Ins Gespräch kommen
- Ein bewegter Körper trifft auf einen ruhenden. Bestünden Körper nur aus Ausdehnung, nähme er ihn ohne Tempoverlust mit. Warum bremst ihn ein größerer Körper dann doch?
- Was sollte jemand, der sich Materie als reine Geometrie vorstellt, bemerken, wenn er das nächste Mal etwas Schweres schiebt?
- Alles, was wirkt, muss auch eine Rückwirkung erleiden, meinen Sie. Ist das ein Gesetz der Physik oder eine Aussage darüber, was ein Ding überhaupt ist?
- Sie sagten, die Bewegungsgesetze hätten eine höhere Quelle als die Mathematik. Warum sollte das die Frommen beruhigen, statt den Physiker zu beunruhigen?