Was mit dem Einzelnen in der Masse geschieht
Warum denkt und fühlt jemand in der Masse, was er allein nie täte? Freud übernimmt die alten Beschreibungen und stellt die Frage, die sie offenlassen.
Le Bon und McDougall sind sich einig, dass die Masse die Intelligenz herabsetzt und die Affekte steigert und dass ihre Mitglieder einander mit Gefühlen anstecken wie unter Hypnose. Freud zitiert sie ausführlich und wendet dann ein, das Wort, das alle gebrauchen, »Suggestion«, werde selbst nie erklärt. Massen können auch schöpferisch sein, wie Sprache und Volkslied zeigen, und eine organisierte Masse benimmt sich anders als ein Haufen. Gegen Trotters Herdentrieb setzt er den Menschen als Hordentier, das nicht nur die anderen braucht, sondern ein einziges Oberhaupt, dessen Verlust Panik auslöst.
- Massenpsychologie
- Psychologie der Massen
- Gruppenpsychologie
- Kollektivpsychologie
- Suggestion
- Sozialer Einfluss
- Individualität
- Emotion
- Hypnose
Ins Gespräch kommen
- Le Bon beschreibt, wie der Einzelne in der Masse sein Urteil verliert und beeinflussbar wird wie unter Hypnose. Was erklärt er Ihrer Ansicht nach nie?
- In einer Parodie auf Judith und Holofernes ruft ein Krieger, der Feldherr habe den Kopf verloren, und alle fliehen. Warum löst der Verlust des Führers Panik aus?
- Alle erklären die Masse mit »Suggestion«. Warum lassen Sie ein Wort nicht gelten, das alles erklärt, selbst aber nie erklärt wird?
- Trotter nannte den Menschen ein Herdentier. Warum korrigieren Sie ihn, er sei vielmehr ein Hordentier, angeführt von einem einzigen Oberhaupt?
- Die Masse gilt als dumpf und triebhaft, und doch sind Sprache, Volkslied und Folklore ihr Werk. Wie kann sie beides sein?