Eine Wissenschaft ohne Demonstration
Wie lehrt man eine Methode, deren Belege nur im Verborgenen, zwischen zwei Menschen, entstehen? Die Vorlesungen antworten, indem sie die Zweifel der Hörer zum Teil des Unterrichts machen.
Medizinstudenten sind gewohnt, das Präparat zu sehen; die Psychoanalyse, warnt Freud, kann ihnen nichts vorzeigen, und ihre Ausbildung wird sie zu Gegnern machen. Was sie stattdessen bietet, ist ein Gespräch unter einer einzigen Regel: alles zu sagen, was einem einfällt. Diese Regel stößt auf Widerstand, dieselbe Kraft, die Wünsche vom Bewusstsein fernhält, dargestellt als Wächter zwischen einer vollen Vorhalle und einem Salon. Und sie erzeugt die Übertragung, die geliehene Liebe und den geliehenen Hass des Patienten für den Arzt, die zum Werkzeug der Heilung wurde, als die Hypnose aufgegeben war.
- Psychoanalyse
- Methodologie
- Widerstand
- Übertragung
- Psychotherapie
- Interpretation
- unbewusste Motivation
Ins Gespräch kommen
- Ihre erste Vorlesung beginnt mit dem Rat an das Publikum, nicht wiederzukommen. Warum schrecken Sie Hörer ab, die Sie doch gewinnen wollten?
- Sie stellen das Unbewusste als volle Vorhalle dar, das Bewusstsein als Salon, an der Schwelle ein Wächter. Wer ist dieser Wächter, sobald ein Patient auf der Couch liegt?
- Ein Patient, der ernsthaft gesund werden will, bekämpft die Behandlung bei jedem Schritt. Wie kann sich jemand gegen die Hilfe sträuben, die er selbst gesucht hat?
- Patienten beginnen ihren Arzt mit einer Wucht zu lieben oder zu hassen, die nichts in der Behandlung erklärt. Woher kommen diese Gefühle, wenn nicht vom Arzt?
- Sie behandelten Kranke zuerst in Hypnose und gaben das später auf. Was verbarg die Hypnose, das die neue Methode sichtbar machte?