Ein Reiter auf einem stärkeren Pferd
Wer tut in einem Menschen eigentlich was? Freuds Patienten hatten seine alte Karte der Seele gesprengt, und dieses Buch zeichnet die neue.
Die Kräfte, die sich der Behandlung widersetzen, gehören zum Ich, doch die Patienten wissen nichts von ihnen, also kann die Grenze zwischen bewusst und unbewusst nicht mehr das Ich vom Verdrängten trennen. Freud entlehnt Groddeck das »Es« für den Speicher der Triebe und lässt das Ich an der Oberfläche, die der Welt zugewandt ist, daraus hervorgehen, zuerst als Körper-Ich. Das Ich beherrscht die Motilität, borgt aber seine Kraft vom Es wie ein Reiter von einem stärkeren Pferd, und es dient drei Herren: der Außenwelt, dem Es und dem Über-Ich.
- Ego
- Es
- Bewusstsein
- Wahrnehmung
- Vorbewusstes
- Unbewusstes
- Widerstand
- Philosophie des Geistes
- Sprache
- Gedanke
Ins Gespräch kommen
- Das Ich gleicht dem Reiter, der ein stärkeres Pferd zügeln soll und es oft lenkt, wohin es ohnehin will. Warum gibt er den Weg als seinen aus?
- Der Arzt Groddeck sagte, wir würden von unbekannten Mächten gelebt. Warum übernahmen Sie sein Wort »Es« für diesen Teil der Seele?
- Das Ich ist Ihnen zufolge vor allem ein körperliches, die seelische Projektion der Körperoberfläche. Wie lernt ein Mensch, einen Körper als den eigenen zu empfinden?
- Jemand, hin- und hergerissen zwischen Wünschen, Gewissen und den Ansprüchen der Welt, fühlt sich als niemandes Herr. Warum nennen Sie das Ich ein armes Ding mit drei Herren?