Ein Reiz, dem niemand entflieht
Was genau treibt uns von innen zum Handeln? Freud versucht, den Grundbegriff seiner Theorie festzulegen, und räumt gleich zu Beginn ein, dass er sich noch nicht scharf bestimmen lässt.
Eine Wissenschaft, betont Freud, beginnt mit Beschreibung und lässt ihre Begriffe später schärfer werden. Der Trieb ist sein Prüfstein: eine Anforderung an die Seele, die im Körper entsteht, konstant und unausweichlich, anders als ein äußerer Reiz, vor dem man fliehen kann. Jeder Trieb hat einen Drang, ein Ziel, das immer Befriedigung ist, ein Objekt und eine Quelle im Körper. Das Objekt ist das lockerste Glied der vier und lässt sich austauschen. Die Teilung in Selbsterhaltungs- und Sexualtriebe nennt er ausdrücklich vorläufig.
- Triebtheorie
- Definition
- Methodologie
- Wissenschaftliche Methode
- Biologie
- Nervensystem
- Befriedigung
- Selbsterhaltung
Ins Gespräch kommen
- Gegen grelles Licht kann man die Augen schließen, vor dem Hunger aber kann niemand davonlaufen. Warum entkommt keine Flucht einem Trieb?
- Kritiker verlangen, eine Wissenschaft müsse mit scharfen Definitionen beginnen. Warum beginnen Sie mit Begriffen, die Sie selbst unscharf, fast Konventionen nennen?
- Der Trieb liegt Ihnen zufolge an der Grenze zwischen Seelischem und Körperlichem. Was heißt es, dass etwas weder einfach körperlich noch einfach seelisch ist?
- Jemand wechselt von einer Leidenschaft zur nächsten, ein Mensch, eine Sache, ein Hobby, immer mit derselben Heftigkeit. Was bleibt darunter gleich?
- Sie teilen die Triebe in Selbsterhaltungs- und Sexualtriebe und nennen die Teilung vorläufig. Wozu auf einer Unterscheidung bauen, an der Sie selbst zweifeln?