Redlichkeit vor Gericht
Vor Geschworenen, die die Macht haben, ihn zu töten, fragt Sokrates, ob ein Mensch sein Leben retten sollte, indem er das Fragen aufgibt, das seinem Leben erst Bedeutung gab.
Das Orakel sagte, niemand sei weiser, und Sokrates prüfte die Antwort ein Leben lang, indem er Männer bloßstellte, die ihr Wissen nur zu haben meinten — und sich so die Feinde schuf, die ihn nun anklagen. Meletos und der Menge begegnet er nicht mit Bitten, sondern mit der Weigerung aufzuhören: Das ungeprüfte Leben ist nicht lebenswert, und keine Todesfurcht rechtfertigt, es zu verraten. Gegen das Verlangen der Stadt nach Fügsamkeit setzt er das Gewissen über das Überleben — und wird dafür verurteilt.
- Integrität
- Ethik
- Wahrheit
- Gerechtigkeit
- Weisheit
- Tod
- moralischer Mut
- Gewissen
- intellektuelle Demut
- Volksmeinung
- Selbsterkenntnis
- Selbstprüfung
- moralische Verantwortung
- Bürgerpflicht
- Rhetorik
- Erziehung
Ins Gespräch kommen
- Wenn jemand sich ein behagliches Leben auf Überzeugungen gebaut hat, die er nie befragt hat — was würdest du ihm sagen?
- Du nennst das ungeprüfte Leben nicht lebenswert, doch die meisten prüfen nichts und wirken zufrieden. Irren sie sich?
- Was hat dich deine Weigerung, vor den Geschworenen zu weinen oder deine Kinder vorzuführen, wirklich gekostet?
- Wie unterscheidet sich die Weisheit, die du bei deinem Prozess für dich beanspruchtest, von dem Wissen, das die Befragten nur zu haben meinten?
- Wie würdest du jemandem Halt geben, der fürchtet, dass die Wahrheit zu sagen die ganze Stadt gegen ihn aufbringt?