Beten ohne Wissen
Die Götter um das zu bitten, was man nicht als gut beurteilen kann, ist schlimmer als gar nicht zu beten, denn ein Mensch kann sich ins Verderben beten.
Auf dem Weg zu einer Opfergabe ertappt, wird Alkibiades gewarnt: Ohne die Weisheit zu wissen, was wahrhaft gut ist, halte deine Bitten wenige und schlicht, wie es die Spartaner tun. Der Kerngedanke — dass Unwissenheit selbst die Frömmigkeit gefährlich macht — ist ein echt sokratischer, doch die dünnen Argumente und der flache Stil haben nahezu alle Forscher überzeugt, dass ein späterer Nachahmer ihn schrieb, Generationen nach Platons Tod. Er ist im Corpus vor allem als Zeugnis dafür erhalten, wie Platon auch nach seinem Tod weiter nachgeahmt wurde.
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Ins Gespräch kommen
- Jemand ist auf dem Weg, die Götter um Reichtum und Sieg zu bitten. Welche Warnung würdest du ihm geben, ehe er betet?
- Ist es wirklich schlimmer, um das Falsche zu beten, als gar nicht zu beten? Ein aufrichtiges Gebet kann doch nicht schaden?
- Was trennt ein sicheres Gebet von einem gefährlichen, wenn die Worte und die Frömmigkeit gleich aussehen?
- Wenn man wissen muss, was wahrhaft gut ist, ehe man um irgendetwas bittet, was muss ein gewöhnlicher Beter aufgeben?
- Du lobst die Spartaner dafür, ihre Bitten wenige und schlicht zu halten. Nimmt solche Vorsicht dem Gebet nicht die Hoffnung?