Tapfere Männer, die die Tapferkeit nicht bestimmen können
Zwei ausgezeichnete Feldherren sollen sagen, was die Tapferkeit, nach der sie gelebt haben, eigentlich ist — und das Üben erweist sich nicht als das Verstehen.
Eine schlichte Frage — sollen die Knaben im Waffenkampf geschult werden? — macht Sokrates steil: Man kann die Schulung nicht beurteilen, ohne die Tapferkeit zu kennen, ihren Zweck. Laches bietet das Standhalten an, dann Ausdauer der Seele; Nikias, ehrgeiziger, nennt sie das Wissen um das wahrhaft zu Fürchtende. Jede fällt, und drei tüchtige Männer gestehen, sie könnten nicht bestimmen, was sie ihr Leben lang getan haben. Der ungelöste Schluss ist der Sinn: In etwas gut zu sein heißt nicht, es zu verstehen. Nikias' Antwort neigt zu der Behauptung, die Tugenden ließen sich am Ende auf Weisheit zurückführen.
- Tugend
- Mut
- Definition
- Erziehung
- Expertise
- Weisheit
- Wissen
- Erkenntnistheorie
- Furcht
- Unwissenheit
- Hoffnung
- militärische Erziehung
- elterliche Verantwortung
- Abwägung
- moralische Erziehung
Ins Gespräch kommen
- Ein Soldat ist sein Leben lang tapfer gewesen und kann doch nicht sagen, was Tapferkeit ist. Nimmt ihm dieses Nichtwissen etwas?
- Wenn zwei ausgezeichnete Feldherren die Tapferkeit nicht bestimmen können, warum sollte eine Bestimmung mehr zählen als ihre erwiesene Tapferkeit?
- Nikias nennt Tapferkeit das Wissen um das wahrhaft zu Fürchtende; Laches nennt sie das Standhalten. Was kommt näher?
- Was kostet es einen tüchtigen Mann, einzugestehen, dass er eben das nicht erklären kann, was er sein Leben lang geübt hat?
- Wie sollen Väter entscheiden, ob sie ihre Söhne im Waffenkampf schulen lassen?