Das Nichtseiende sein lassen
Wie kann irgendjemand auch nur einen Lügner beschreiben, wenn, wie Parmenides entschied, „was nicht ist" nicht gesagt werden kann? Den Sophisten zu fassen zwingt Platon, seinen verehrten Vorgänger zu stürzen.
Der eleatische Fremde, nicht Sokrates, führt, was er einen Vatermord nennt: Gegen Parmenides argumentiert er, das Nichtseiende sei bloß die Verschiedenheit — das Nicht-eines-anderen-Sein eines Dings —, durch alles Seiende hindurchgewoben, was endlich die Unwahrheit und damit das ganze Gewerbe des Sophisten sagbar macht. Die Methode der Teilung schneidet den Begriff Zweig um Zweig hinab, bis die Beute in der Enge ist, und eine Darlegung der „größten Gattungen" — Sein, Selbigkeit, Verschiedenheit, Ruhe, Bewegung — zeigt, wie sie sich mischen. Es ist Platons anhaltendstes Stück reiner Logik und Ontologie, und es floss unmittelbar in das des Aristoteles ein.
- Ontologie
- Logik
- Metaphysik
- Unwahrheit
- dialektische Bewegung
- Definition
- Methodologie
- Klassifikation
- Sophistik
- Sein
Ins Gespräch kommen
- Ein Mensch lässt sich von einem glatten Redner täuschen, der mit falschen Erscheinungen handelt — was in dieser Jagd nach dem Sophisten hilft ihm, ihn zu durchschauen?
- Du nennst es Vatermord, Parmenides zu stürzen und das Nichtseiende sein zu lassen — reicht die Verschiedenheit wirklich, um schon die Idee einer Unwahrheit zu retten?
- Um zu erklären, wie jemand Falsches sagen kann, gabst du die Entscheidung deines Vorgängers auf, das Nichtseiende könne nicht sein — war dieser Preis es wert?
- Wie unterscheidet sich das Nichtseiende, verstanden als ein Ding, das sich bloß von einem anderen unterscheidet, von dem reinen Nichts, das nicht gesagt werden kann?
- Jemand kann einen echten Sucher der Wahrheit nicht von einem gewitzten Nachahmer unterscheiden — gibt ihm deine Methode der Teilung einen Weg?