Das unvollendete Atlantis
Ein idealisiertes altes Athen gegen das dem Untergang geweihte Inselreich Atlantis — eine Erzählung von bürgerlicher Ordnung und ihrem Verfall, die abbricht, ehe die Abrechnung kommt.
Als Fortsetzung des Timaios und zweite Tafel einer unvollendeten Trilogie gedacht, beschreibt das Bruchstück zwei alte Mächte: ein frühes Athen von gezügelter Tugend und ein in sagenhafter Ausführlichkeit gemaltes Atlantis — konzentrische Ringe aus Land und Wasser, von Poseidon abstammende Könige und ein langsamer sittlicher Verfall, bis die Götter beschließen, es zu strafen. Der Text endet mitten im Satz, als Zeus sich erhebt, um zu sprechen. Kurz und unvollständig, überlebt er vor allem als älteste Quelle für die Legende von Atlantis, einen Mythos, dem man seither über den Erdball nachjagt.
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Ins Gespräch kommen
- Ein Bürger sieht eine reiche und mächtige Nation in Gier und Hochmut abgleiten — zeigt dein Atlantis, wohin ein solches Volk steuert?
- Du erzählst die Atlantis-Geschichte als alte, aus Ägypten überlieferte Wahrheit — doch sie bricht unvollendet ab; warum irgendetwas davon als Tatsache glauben?
- Atlantis fiel, als der göttliche Anteil in seinen Königen dünner und die menschliche Gier größer wurde — was muss ein blühendes Volk hüten, um diesem Schicksal zu entgehen?
- Wo trennt sich das urzeitliche Athen, das du preist, von Atlantis, wenn beide als große, von den Göttern begünstigte Mächte beginnen?
- Die Erzählung endet, gerade als Zeus sich erhebt, um über Atlantis zu richten — auf welchen Spruch steuertest du zu für eine Kultur, die sich selbst verdirbt?